Alle Artikel in: Henni

Zoom ist eine blöde Zicke

Bild: Tanja Graumann Hier findet ihr die MP3-Datei zu dem neuen Text von Henni. https://www.gruenraumschreiben.de/wp-content/uploads/2020/06/SummisteineblödeZicke.mp3 „Wieso lässt du uns denn nicht rein?“, fragt Henni an der Haustür und geht hinter Ulla ins Wohnzimmer. „Komm doch ruhig rein!“, sagt Ulla, lässt Henni stehen und geht schnell zurück ins Wohnzimmer. Dort steht ein nagelneuer PC neben dem aufgerollten Häkeldeckchen. An das darf nichts kommen, weil Ulla solange daran gehäkelt hat und der PC ist ein Geschenk von ihrem Sohn und den kann Ulla nicht bedienen.

Wir müssen reden, dann klappt es auch mit den Gummistiefeln und dem Leben und den Tagen

Bild: Tanja Graumann Der folgende Text ist als mp3-Datei hier zu finden. https://www.gruenraumschreiben.de/wp-content/uploads/2020/06/EinwenigHennifürdenTag.mp3 „Wir müssen reden!“, ruft Henni laut. Da steht sie schon vor mir, in ihren weißgepunkteten, roten Gummistiefeln, der gelben langen Regenjacke und hat dabei die Hände energisch in die Seite gestützt. Ganz außer Atem ist sie, den weiten Weg hat sie extra für mich auf sich genommen.

Henni hat sich ausgesperrt

Eine neue Geschichte und eine Audio-Datei von Henni. Und, wer kennt das nicht, sich schon einmal ausgesperrt zu haben?! https://www.gruenraumschreiben.de/wp-content/uploads/2020/05/Hennihatsichausgesperrt.mp3 „Wir werden morgen früh und zu Weihnachten noch hier vor der Tür sitzen!“, schimpft Henni mit sich. Sie sitzt vor ihrer Haustür auf der obersten Stufe in der Mittagssonne. Sie hat sich ausgesperrt. Nicht, dass hinter der Haustür und Zuhause jemand auf sie warten würde, der sie dann einfach reinlassen könnte und es nicht schön war in der Sonne zu sitzen, aber der Ärger über die eigene Vergesslichkeit ist einfach zu groß!

Henni und der peinlichste und schönste Kuss

Heute schon wieder eine Audio-Datei von Henni, weil wir ja heute alle nicht in den Mai hineintanzen können. https://www.gruenraumschreiben.de/wp-content/uploads/2020/04/HenniundUwesersterKuss.mp3   „Wir haben den Uwe ja echt gerne geküsst, aber sein erster Kuss war voll peinlich“, sagte Henni kichernd. Sie saß mit Ulla am späten Abend vor dem Ersten Mai bei einem Eierlikörchen in der Küche, als sie das erzählte. Vermutlich hätte sie diesen Satz nicht laut ausgesprochen, wenn das dritte Glas des selbstgemachten Eierlikör von Ulla nicht ihre Zunge etwas gelöst hätte. „Echt?“, fragte Ulla neugierig. „Erzähl doch mal!“.

Henni und die Sonnenblumen und Rosen zum Umhängen

——- FÜR ALLE DIE SEIT MONTAG EINEN DR.-FRANKENTHAL-MUNDSCHUTZ TRAGEN MÜSSEN —— Hier auch die Audio-Datei: https://www.gruenraumschreiben.de/wp-content/uploads/2020/04/HenniunddieSonneblumen.mp3   Henni öffnete das Fenster im Wohnzimmer und schaute auf die andere Straßenseite, wo Ulla dasselbe tat. Sie öffnete nur ihr Küchenfenster. Beide legten ein Kissen auf die Fensterbank, stellten ihren Kaffee daneben und unterhielten sich über die Straße hinweg. Das tägliche Ritual der beiden Frauen seit nun mehr sechs Wochen, als Ulla von ihrem Arzt durch ihre schwere Asthmaerkrankung zur Risikogruppe erklärt und in die Wohnung verbannt wurde.

Wie Henni zu den roten Gummistiefeln mit weißen Punkten kam

„Wir wissen nicht, welche Schuhgröße wir haben. Unsere Füße müssen einfach nur in diese Gummistiefel passen.“, sagte Henni im Schuhladen und zeigte auf die roten Gummistiefel mit weißen Punkten. Der Verkäufer mit dem gestreiften Hemd, der sie bereits kannte, lachte. „Also, tauschen wir die etwas in die Jahre gekommenen grünen Garten-Gummistiefel gegen diese rot-weiß-Gepunkteten?“

Henni und das leuchtende Osterei am Horizont

– – – – – – – FÜR ALLE, die wie ich geglaubt haben, sie könnten nicht malen !!! – – – – – – – Hier auch die Audio-Datei: https://www.gruenraumschreiben.de/wp-content/uploads/2020/04/HenniunddasleuchtendeOstereiamHorizont.mp3   „Wir haben das doch schon gestern alles gesehen, oder?“ Henni seufzte in das Instant-Kaffeepulver-Glas. Jeden Morgen derselbe Blick aus dem Küchenfenster: Dächer, Dächer und Dächer, ach, ja, da waren ja auch noch Dächer. Und am Horizont, ein Dach nach dem anderen Dach. Henni verschloss das Glas mit dem Kaffeepulver, schüttete das heiße Wasser aus dem Wasserkocher in die vorbereitete Tasse, in der sie das Kaffeepulver langsam verrührte. Heute gab es die Feiertagstasse, die weiße, hohe Tasse, ohne alles. Die sah immer so fein aus, fand Henni, deshalb holte sie die nur sonntags oder an Feiertagen aus dem Küchenschrank.

Blogparade: eindeutig-uneindeutig

Und schon wieder eine Blogparade: eindeutig – uneindeutig.  Dieses Mal kommt sie von meinem lieben Studienkollegen Urs, der den Ausfall des Segeberger Kreises mit dieser tollen Idee kompensiert. Lest hier selbst, wie Urs die Aufgabe stellt und beschrieben hat: „Leider musste die Jahrestagung des Segeberger Kreis – Gesellschaft für Kreatives Schreiben zum Thema „Haltungen schreibend erfahren“ abgesagt werden. Ich durfte für die Tagung einen Schreibgruppenvorschlag vorbereiten und nahm mir das Thema „eindeutig-uneindeutig: Ambivalenz schreiben“ vor. (Siehe Segeberger Briefe No.100) Aus aktuellem Anlass empfinden wir wohl alle gerade höchst ambivalente Gefühle und unsere Haltung ist wahrscheinlich ziemlich eindeutig-uneindeutig. […] Die Parade endet am 31.3.

Der geschenkte Tag oder Henni und die Schlagsahne

Henni saß einen Tag später auf der Bank an der Düne am Rand des Radwegs. Sie hatte sich im Inselmarkt ein „Yes-Torty“ gekauft, eine kleine rote Kerze hineingesteckt und diese angezündet. „Herzlichen Glückwunsch Henni!“, sagte Henni. „Wir dürfen uns etwas wünschen! Die nächsten vier Jahre sind um. Wir haben endlich wieder Geburtstag!“ Sie schloss die Augen und blies die Kerze aus.

Henni und Valentin

„Haben Sie Valentin gesehen?“, fragte Henni in den kleinen Blumenladen hinein. Die Tür stand kurz vor Ladenschluss am Freitag noch ein kleines Stück auf. Die Blumen waren schon fast vollständig weg- und vermutlich ins Kühlhaus geräumt. „Wen meinen Sie?“, fragte eine Stimme von hinten. Eine junge Frau mit hellblonden Haaren und einer neonblauen Strähne wischte sich die Finger an ihrer grünen Schürze ab und kam nach vorne in den Laden. „Wir schließen gleich!“, sagte sie noch.