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Ein Moment

„Siehst du ihn auch?“, fragt er Theo. Theo ist gerade aus ihrem Kleintransporter gestiegen, den sie vor das Haus mit dem wunderschönen Wandbild abgestellt hat, als ihr diese Frage gestellt wird. Ein Junge mit dunklen, langen Haaren hockt am Bürgersteig auf dem Boden und zeigt auf den Boden vor ihm. Sie folgt seinem Finger. Da ist nichts als Bürgersteig. „Ich sehe nichts, aber vielleicht bin ich auch zu erwachsen geworden!“, antwortet sie.

Jeden Tag

„Ich bin Godot!“, begrüßt er sie, als sie sich wie jeden Morgen zu ihm auf die blaue Bank setzt. „Ich weiß“, antwortet Theo und schaut ihn an. „Ich bin Theo!“, sagt sie noch. „Ich weiß!“, sagt Godot und schaut wieder unverwandt zum Horizont. „Ich habe Kaffee dabei!“ Sie stellt seinen grünen Kaffeebecher neben ihm ab, trinkt selbst einen Schluck aus ihrem orangefarbenen Becher, folgt seinem Blick und kann, wie auch die letzten Male einfach nichts erkennen. „Es wird passieren!“, sagt er.

Manchmal

Manchmal bleibe ich dann da oben auf dem Bücherregal, inmitten von knisterndem Papier sitzen und werfe Farben, Freude und Integrität hinab in die Welt. Manchmal schaue ich auch nur mit einem Kaffee von dort oben auf die Welt, die von Männern regiert wird, die nicht mit Macht umgehen können und Kriege verantworten, in die sie selbst niemals ziehen werden und andere schicken. Manchmal sitze ich hier und frage mich, wie lange es dauert, bis Karma übernimmt und für so viele, die keine Stimme haben, die ausgleichende Gerechtigkeit übernimmt. Manchmal bewerfe ich von da oben auch nur Arschlöcher mit Integrität, Freude und Farben. Manchmal sitze ich einfach da …            

Künstler aus dem Irak stellt seine Bilder im Duha-Café aus 

Zayad Ajed Cholo ist 58 Jahre alt, seit 7 Jahren hier in Deutschland und Malen ist wie das Kochen seine Leidenschaft. Seine Tochter begleitet ihn bei seiner ersten Vernissage im Duha-Café und übersetzt, wenn notwendig.    Seine Bilder überarbeitet er immer und immer wieder. Er ist Perfektionist. Die Farben, die er benutzt hat, sind aus Schulen ausrangiert worden, die diese sonst weggeworfen hätten. Er macht mit seinen Bildern etwas Besonderes aus Ihnen. Nachhaltig.

1. Lesung im neuen Jahr

Am heutigen Sonntag fand meine Lesung in den Räumen des Kunstvereins Ruhrtal e.V. „art-EN-reich“ statt, in der gerade die Jahresausstellung der Künstler*innen stattfindet. Eine so stilvolle und besondere Atmosphäre, die sich besonders gut zum Lesen geeignet hat. So habe ich einen Text geschrieben, in dem meine Figur Henni auf die Kunstwerke trifft: Henni meets Kunst (Pdf-Datei).  So viel gespürte Wertschätzung hat mir ausgesprochen gut gefallen, Henni auch! Fotos: Andrea Ledwolorz

Die Enten-Galerie wird ‚Zwei‘

Eigentlich hat 2023 schon alles angefangen: Henni hat wieder einmal mit ihrer besten Freundin Ulla ein paar Tage Urlaub an der Nordsee gemacht. Dafür hat sie sich extra ein neues Paar rote Gummistiefel mit weißen Punkten gekauft. Sie ist ganz begeistert von ihrem neuen Urlaubspaar! „Sie sind so leicht. Wir laufen wie auf Wolken!“, lacht sie und matscht durch das Watt und freut sich jedes Mal, wenn das Meer verschwindet und die Ebbe das Watt freigibt. Das ist aber noch längst nicht alles, denn sie hat nicht nur die neuen Gummistiefel wieder mit nach Hause genommen.