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Und da schlage ich das August-Kalenderblatt um und …

„Und da schlage ich das Kalenderblatt vom August um und nichts mehr. Ende, nada, da ist kein Kalenderblatt mehr!“, ruft Ulla entsetzt. Henni lacht laut. „Ulla, wir haben doch ein anderes Jahr wie alle anderen. Es gibt doch schon wieder einen neuen Kalender.“ „Der fängt echt am ersten September an?“, fragt Ulla und blättert noch auf einmal bis ganz zurück. „Tatsächlich, da habe ich bis heute nicht darauf geachtet!“ „Das können wir ändern!“, ruft Henni und reicht ihr ein neues Kalender-Exemplar aus ihrem Rucksack.

Henni und das Teeglas, das die Welt im Gleichgewicht hält

Ulla hatte sich tatsächlich eine neue Küchenzeile gekauft. Die war im Angebot im nahegelegenen Möbelhaus gewesen und Ulla hatte sich dort genau ausrechnen lassen, wie viel sie noch für ihre alte Küche bekam und wie viel sie monatlich dann abdrücken musste. „Ich hatte noch nie in meinem Leben eine so tolle Küche!“, hatte Ulla Henni immer wieder vorgeschwärmt und Henni hatte ihre Augen leuchten sehen. Ullas Lieblingsfarbe war Rot und die Küchenfront war auch in einem lackierten, glatten Rot. Henni hatte bereits am ersten Tag ganz viele Fingerabdrücke gesehen, aber lieber nichts gesagt, weil sie ja wusste, wie sehr Ulla ihre neue Küche mochte.

Neue Blogparade: Ein tierischer Urlaub

Ulrike Arabella hat zu einer neuen Blogparade „Ein tierischer Urlaub“ aufgerufen, bei der es darum geht, einen erlebten oder erfundenen Urlaub mit möglichst vielen tierischen Sprachfiguren zu erzählen. So haben mich Sonja vor ein paar Tagen und Anne gestern noch einmal durch ihre Texte daran erinnert mitzumachen. Wie von der Tarantel gestochen, sprang ich auf, als sich die Mailnachricht auf dem Bildschirm zeigte. „Sie haben gewonnen!“ Aufgeregt, denn man hatte ja schon oft Pferde kotzen sehen, öffnete ich meine Mail und las weiter. Vielleicht hatte ich damit alles in Gang gebracht. Vielleicht hatte mit dem Öffnen der Mail alles angefangen.

Sie sind laut

Sie sind laut. Sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen. Sie erklären dir und uns lautstark die Welt. Sie wissen wie es läuft. Sie haben für alles eine Erklärung. Sie sind laut und noch viel zu selten setzt ihnen jemand sprachlich etwas entgegen. Sie sind für Argumente nicht zugänglich, weil sie ja wissen, wie die Welt funktioniert. Wir anderen nicht. Wir haben das noch nicht verstanden Sie sind laut. Sie sind wenige. Sie erklären dir und uns die Welt. Sie verpesten die Luft mit ihren Worten und dem, was sie für ihre Sicht der Welt halten. Sie werden hofiert. Sie sind es einfach.  Sie sind laut. Sie sind viel zu laut. Das müssen sie auch sein, denn dahinter ist nichts als heiße Luft. „Stich sie einfach mit einer Gabel an, wenn du neben ihnen sitzt!“, sagt Henni, „dann geht die Luft raus wie bei einem Luftballon.“ Henni muss das wissen, denn sie hat das am Freitagabend gemacht und es hat funktioniert, wenn auch nur in Gedanken. Beim nächsten Mal wird sie es auch außerhalb ihrer …

Der neue Henni Kalender 9.21-8.22 erscheint: Henni trifft das Iserlohner Schreibcafé

Nächste Woche ist es endlich soweit. Der neue und zweite Henni Kalender erscheint pünktlich zum ersten September, weil das Henni-Jahr eben nicht wie für die meisten am 01. Januar, sondern am 01. September 2021 beginnt. Bei diesem Kalender haben ein Autor und neun Autorinnen des Iserlohner Schreibcafés und Henni und ich mit- und jeden Monat eine neue Geschichte von Henni geschrieben. Jede und jeder hat seine ganz eigene Facette von Henni entwickelt.

Für alle, die morgens gerne mal am Büro vorbei ans Meer fahren wollen

Sie ist heute einfach mal weitergefahren, am Büro vorbei. Hat nicht den Blinker gesetzt, ist nicht auf den Parkplatz eingebogen, hat nicht auf das Ende des Liedes im Radio gewartet, bevor sie ausgestiegen ist. Sie fährt einfach weiter geradeaus, überlegt nochmal kurz bei Rot an der nächsten Kreuzung und bleibt dann weiter auf der Straße. Das hat sie noch nie gemacht und sie ist auch heute das erste Mal spät dran.

Henni, die Retterin des verlorenen Regenschirms

Henni ist beim Schuster in der Innenstadt. Zu Herrn Oblanski geht sie schon seit Jahren und der kann immer noch etwas an ihren Gummistiefeln retten, wenn alle anderen die Stiefel schon längst abgeschrieben haben. Herr Oblanski hatte eine neue Sohle unter ihre Gummistiefel gemacht. „Beim nächsten Mal geht das aber nicht mehr, dann brauchen Sie ein neues Paar!“, erklärt er und zeigt auf die Sohle und dann auf das Innere des Gummistiefels. „Denken Sie an die Einlagen!“ Henni nickt, hat aber schon gar nicht mehr so recht zugehört, weil ihr Blick an einem Regenschirm hängengeblieben ist, der auf einem großen Pappkarton im Regal liegt. Es ist ein Stockschirm. Der hat einen schwarzen Griff und der Schirm ist rot mit weißen Punkten.

Henni geht in die Luft

„Wir sind gerade in die Luft gegangen und haben ordentlich Dampf abgelassen!“ Henni war noch immer rot im Gesicht und der Ton und die Lautstärke erzählten von ihrer Wut. Ein kleines Paket stellte sie auf den Tisch. Ulla zeigte auf den Tisch. „So, jetzt setzt du dich erst einmal, kriegst ein Glas Hermannbrause Cola trifft Koffein und dann erzählst du von Anfang an.“ Ulla wusste, dass Henni die sehr gerne trank.

Henni möchte helfen und versteigert ein neues Paar Gummistiefel

Henni hatte die ganze letzte Nacht nicht geschlafen. Sie ist die ganze Nacht bei Vollmond durch die Wohnung gewandert und hat kein Auge zugetan. All die Bilder und Meldungen im Radio vom Hochwasser der letzten Woche in ihrer Stadt und der Heimatstadt von Ulla hatten sie ganz unruhig gemacht. Sie hatte bis in die späten Abendstunden mit Ulla auf dem Sofa gesessen und geschaut und geredet, geschaut und überlegt.