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Ein Moment

„Siehst du ihn auch?“, fragt er Theo. Theo ist gerade aus ihrem Kleintransporter gestiegen, den sie vor das Haus mit dem wunderschönen Wandbild abgestellt hat, als ihr diese Frage gestellt wird. Ein Junge mit dunklen, langen Haaren hockt am Bürgersteig auf dem Boden und zeigt auf den Boden vor ihm. Sie folgt seinem Finger. Da ist nichts als Bürgersteig.

„Ich sehe nichts, aber vielleicht bin ich auch zu erwachsen geworden!“, antwortet sie.

Der Junge nickte ernst. „Das kann sein. Meine Mama sagt, ich habe zu viel Phantasie und das wäre nur in meinem Kopf, kann es aber nicht, wenn es doch hier auf dem Bürgersteig sitzt, oder?“ Er schaut sie mit seinen tiefblauen Augen an und Theo kann den Blick nicht abwenden, Was sie in seinen Augen sieht, erschreckt und fasziniert sie zugleich. Sie spürt, dass er auf seine Weise weiter und tiefer sehen kann, wie sie es selbst nie für möglich gehalten hat.

„Du musst keine Angst haben!“ Seine Frage holt sie wieder zurück aus diesem Moment, der sie aus dem Augenblick heraus und zwischen die Zeilen dieser sorgsam geputzten heilen Welt hat blicken lassen, in der alles seine sichtbare aufgeräumte Ordnung hat. Theo holt tief Luft.

„Die habe ich nicht. Ich habe nur vergessen, wie es ist, die Welt so sehen zu können!“, antwortet Theo und schaut auf die Stelle, die der Junge ihr gezeigt hat. Jetzt sitzt hier ein Fuchs und lässt sich von dem Jungen streicheln.

Der lacht. „Ich wusste, dass du ihn auch sehen kannst! Ich verabschiede mich von ihm, weil er nicht mit umzieht, hat er mir erklärt. Er muss gehen.“ Seine Augen füllen sich mit Tränen.

Theo hockt sich zu ihm und ihr Schweigen hüllt sie für den Moment ein. Zwei, die der Moment verbindet, in dem die Welt, wie sie die meisten Menschen sehen und kennen etwas zur Seite rückt.

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