Autor: Sabine

Henni ist auf den Werkzeugkasten gekommen

Henni und Ulla waren von Heiner für eine Woche nach Holland eingeladen worden. Er hatte von seinen Eltern ein kleines A-Haus in einem Ferienhaus-Park mit tollem, altem Baumbestand geerbt und musste immer mal wieder nach dem Rechten schauen, wenn Feriengäste da gewesen waren. Henni war noch nie in Holland gewesen und daher ganz doll aufgeregt. Heiner hatte sie schon frühmorgens abgeholt und sie hatten sich mit seinem blauen Bulli auf den Weg gemacht. Er würde ein paar Reparaturarbeiten am Haus erledigen und Henni und Ulla wollten die Stadt, das Meer und die Woche Urlaub genießen. Heiner hatte einen tollen, alten, grauen Werkzeugkasten. Der war ganz vermackt und verbeult und einen solchen kannte sie von Uwe, der hatte früher auch mal so einen.

Henni und das Ausgummistiefeln am 1. Mai

Henni schaute auf den Berg von Klamotten, der vor ihrem alten, windschiefen Kleiderschrank lag und ihr so vollständig den Zugang zu den fast leeren Schrankregalen dahinter versperrte. „Wir müssen das jetzt wirklich erst alles wegräumen, bevor wir den Schrank wieder einräumen können!“, seufzte sie und nahm die erste Mülltüte vom Tisch.

Hennis Postkarten-Serie „Gummistiefel 2022″

Henni hatte wieder eine neue Idee! Ein Jahr lang gibt es jeden Monat eine Gummistiefel-Postkarte von der Ostsee (Fotos: Dirk Esser) geben, die mit einem typischen Henni-Spruch versehen ist. Sie kosten als Einzelexemplar 2€ und werden mit Porto (plus 1€ zusätzlich) auch direkt nach Hause geschickt. Von dem Kaufpreis geht jeweils die Hälfte an die Aktion „Schnöggels warme Mahlzeit“.  Die ersten beiden Postkartenmotive sind ab sofort erhältlich!

DrehMomente – Miteinander und nicht allein

„Wir wollen euch heute ein tolles Projekt vorstellen, das auch ein wenig für Ulla und mich ist, auch wenn wir beiden noch gut zu Fuß und zu Gummistiefel sind. Aber, das ist bene nicht mehr für jeden so und wir beide, also Ulla und ich, wir wollen das natürlich auch ausprobieren und uns mal während der Rikscha-Fahrt unterhalten, das haben wir noch nie gemacht. Schaut es euch an und unterstützt dieses Projekt, wir tun das auch!“ DrehMomente ist ein Kooperationsprojekt mit dem Tersteegenhaus Iserlohn. Es handelt sich um ein Rikscha-Projekt, mit dem vor allem ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen zu Orten in Iserlohn gebracht werden, die sie sonst nicht (mehr alleine) erreichen könnten. Eigene Lieblingsorte, das städtisches Leben im Quartier, der Besuch der Innenstadt und Parks sollen auf diese Weise besucht werden können. Damit soll das Gefühl von zumindest temporärer Beweglichkeit und Freiheit zurückgewonnen werden. Hier ist der Link zur Seite, mit dem Sie das besondere Projekt ab sofort unterstützen können!

Henni findet etwas anderes als Ostereier

„Ich habe sie gefunden!“, strahlt Henni und hält Ulla ein Paar Gummistiefel vor vors Gesicht. Ulla schaute an ihr herab. Henni trägt ein identisches Paar Gummistiefel an den Füßen. „Ähm, komm doch erst einmal rein!“, sagt Ulla und geht vor durch den Flur in die Küche, in der schon für Kaffee und Kuchen gedeckt ist. Henni hat Möhrenkuchen mitgebracht, den sie neuerdings wieder essen kann und sehr gut verträgt, ohne dass ihr kleines Stinktier von einem Immunsystem übertrieben Alarm schlägt.

Henni und das kleine Stinktier von einem Immunsystem

„Wie kommst du denn hierher?“, fragt Henni und niest. Einmal. Zweimal. Dreimal. „Na, jetzt übertreibst du aber wieder einmal maßlos!“, mault das Stinktier, das eigentlich ihr Immunsystem ist und schaut Henni wütend an. Sein Hinterteil dreht sich gefährlich nah zu Henni hin. „Ups, o.k., ok., wir entschuldigen uns ja schon, aber manchmal vergessen wir einfach, dass wir ja gar nicht allergisch gegen dich sind.“ Henni lacht und hebt beschwichtigend die Arme. „Na, gegen mich ja wohl mal gar nicht. Ich beschütze dich schließlich!“ Das sagt es mit einem großen roten Stolz in der Stimme, das Henni gefällt, weil es ihr ein gutes Gefühl gab, dass es so gut auf sie achtgibt.

Hoffnung zwischen Zeilen

Kommt, folgt mir mit jedem neuen Wort! Hier zwischen und auf meinen Zeilen seid ihr sicher. Hier wird euch nichts passieren. Hier ist auf jeder Zeile, zwischen jedem Wort und über die Zeile hinaus Hoffnung. Hoffnung für uns, für dich und für eine friedliche Welt für alle! Auch wenn sie uns für ver-rückt oder naiv halten werden, sollen sie ruhig, das Wort ist stärker als alles, was ich kenne. Daran glaube ich zutiefst! Hier zwischen und auf meinen Zeilen seid ihr sicher. Hier wird euch nichts passieren. Hier ist auf jeder Zeile, zwischen jedem Wort und über die Zeile hinaus Hoffnung. Kommt, folgt mir mit jedem neuen Wort!

Wir gehen zur Tagesordnung über?

„Wir gehen zur Tagesordnung über!“, sagte Ulla und meinte damit, dass sie sich an die schlechten Nachrichten gewöhnte wie an den Montag nach dem Wochenende. Henni hatte noch nie verstanden, was die Leute mit Tagesordnung meinten und wieso ein Tag, der mit Sicherheit jedes Mal auf die Nacht folgte, überhaupt eine Ordnung brauchte. Sie wusste, was die Auswirkungen in ihrem und jedem einzelnen Leben waren. Also, wenn für alle Menschen die Zeit weiterlief und nur für die, für die sich gerade das ganze Leben und damit ihre ganze Welt verändert hatte, genau diese Zeit stehengeblieben war, dann konnten sie eben nicht zu jener Tagesordnung zurückkehren, auch wenn sie es sich noch so sehr wünschten. Henni kannte das aus ihrem Leben und viele andere Menschen leider auch.

„Manchmal gerät alles durcheinander, …“

Schreibimpuls zum Einstieg aus dem Online-Seminar Aktuelle Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Holocaust vom Ulla Hahn Haus „ … wenn man Angst hat“, sagt Opa. Und mein Opa weiß, warum das so ist, weil er auch mal Angst gehabt hat, als er so alt gewesen ist wie ich heute bin. Er ist zehnmal so alt wie ich, also achtzig Jahre. Er hat dann wohl zehnmal so viel Angst gehabt wie ich heute. Mein Opa sagt, ich denke und rechne zu viel. Da hat er auch recht. Denken und rechnen hilft mir, wenn ich mit Opa die vielen Bilder im Fernsehen sehe. Da muss ich ganz viel denken und rechnen und mein Opa muss ganz viel seufzen. „Dass du das erleben musst!“, sagt er dann immer.