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Henni, die Retterin des verlorenen Regenschirms

Henni ist beim Schuster in der Innenstadt. Zu Herrn Oblanski geht sie schon seit Jahren und der kann immer noch etwas an ihren Gummistiefeln retten, wenn alle anderen die Stiefel schon längst abgeschrieben haben.
Herr Oblanski hatte eine neue Sohle unter ihre Gummistiefel gemacht. „Beim nächsten Mal geht das aber nicht mehr, dann brauchen Sie ein neues Paar!“, erklärt er und zeigt auf die Sohle und dann auf das Innere des Gummistiefels. „Denken Sie an die Einlagen!“
Henni nickt, hat aber schon gar nicht mehr so recht zugehört, weil ihr Blick an einem Regenschirm hängengeblieben ist, der auf einem großen Pappkarton im Regal liegt. Es ist ein Stockschirm. Der hat einen schwarzen Griff und der Schirm ist rot mit weißen Punkten.
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Henni geht in die Luft

„Wir sind gerade in die Luft gegangen und haben ordentlich Dampf abgelassen!“ Henni war noch immer rot im Gesicht und der Ton und die Lautstärke erzählten von ihrer Wut. Ein kleines Paket stellte sie auf den Tisch.

Ulla zeigte auf den Tisch. „So, jetzt setzt du dich erst einmal, kriegst ein Glas Hermannbrause Cola trifft Koffein und dann erzählst du von Anfang an.“ Ulla wusste, dass Henni die sehr gerne trank.
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Henni möchte helfen und versteigert ein neues Paar Gummistiefel

Henni hatte die ganze letzte Nacht nicht geschlafen. Sie ist die ganze Nacht bei Vollmond durch die Wohnung gewandert und hat kein Auge zugetan. All die Bilder und Meldungen im Radio vom Hochwasser der letzten Woche in ihrer Stadt und der Heimatstadt von Ulla hatten sie ganz unruhig gemacht. Sie hatte bis in die späten Abendstunden mit Ulla auf dem Sofa gesessen und geschaut und geredet, geschaut und überlegt.
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Henni und die Magie des Lebens     

Henni klingelt Sturm. Sie zappelt aufgeregt von einem Gummistiefel auf den anderen.

„Ulla, wir müssen dir doch unbedingt was erzählen und wir haben schon so lange gewartet, bis du deine Jalousie hochgezogen hast!“, sagt Henni zu der Tür.

Hinter der Tür hört sie etwas. „Bist du es Henni!“, hört Henni Ullas verschlafene Stimme dahinter.

„Na klar, sind wir es, wer kann denn außer uns noch so schön klingeln!“
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Die Autorin hinter der Henni-Figur

Sie schaut aus dem Fenster. Der Blick, dieser immergleiche, beruhigende Blick gibt ihr heute auch keine Antwort. Keine neue Taube, die mit den anderen auf dem Flachdach Fußball stampft oder ein neuer Baum, den das Licht des Morgens in einen anderen verwandelt.

„Verwandel mich doch mal in eine andere!“, denkt sie nach dem nächsten Schluck Kaffee. Die Tasse war gerade nicht nur halbleer, sondern darin befand sich auch noch keine gewohnte Milch. Sie verzieht ihr Gesicht.

Die Antwort. Richtig, es geht gerade nicht um den Kaffee, der hat ohne die Milch erst recht keine Antwort. Es geht um mehr. Eigentlich.

Eigentlich streicht sie sofort wieder aus ihren Gedanken. Es geht immer um mehr. Nicht weniger. Nicht halb. Immer voll. Entweder, oder. Mit Leib und Seele. Mit Herzblut. Mit einer inneren Haltung, die sie ausfüllt und andere inspiriert.

Sie denkt an den Impfarzt, den sie heute getroffen hat. Als er noch nicht in den Ruhestand gegangen ist – was für ein Wort: RUHESTAND -, ist er ihr Hautarzt gewesen. Heute impft er mobil die Menschen, die immer ganz gerne vergessen werden.

Und ist die Begegnung heute die Antwort? Nein, aber seine Haltung, die ihrer entspricht und über die sie in den letzten Jahren oft gesprochen und vielleicht sogar ein wenig philosophiert haben.

Mit vollem Einsatz. Mit Humor durch die nächste Kurve oder die Rutsche hinab.
War das die Antwort? Nein, das weiß sie, aber trotzdem stellt sie sich jeden Morgen, nachdem sie aufgestanden ist, mit ihrem Kaffee an das Fenster und wartet darauf, dass die Antwort vorbeikommt, die sie doch längst kennt.

Sie hat gerade nur die Frage vergessen. Sie lächelt. Vielleicht ist genau das die Antwort. Der letzte Schluck Kaffee ohne Milch ist heute besonders gut.

Henni und das Glück auf der Straße, das dir an der Sohle klebt

Foto: Pixabay,Clip-Art

Henni war heute früher wach geworden und stand schon um 08:00 Uhr frisch geduscht und fertig gefrühstückt am Fenster und schaute auf die Straße und das Haus gegenüber. Ullas Jalousien waren noch heruntergelassen, weil Ulla gerne länger schlief und abends gerne lange Fernsehen schaute.

Die beiden Frauen waren erst heute Nachmittag zum Kaffee verabredet, also hatte Henni noch ganz viel von dieser Zeit.
„Wir dürfen die Zeit auf gar keinen Fall totschlagen!“, sagte Henni besorgt zu Ella, ihrer Eule, die sich nur verschlafen noch einmal herumdrehte. Auch Ella schlief gerne lang. Heute auch, denn sie gab keine Antwort.
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Henni und die Sache mit den Regenbogenfarben

„Ach, Ulla, wir kennen uns echt nicht mehr aus!“, sagte Henni und setzte sich mit einem tiefen Seufzer an den Küchentisch, auf dem schon eine dampfende Tasse Kaffee auf sie wartete. Den Streuselkuchen von ihrem Lieblingsbäcker hatte sie für beide Frauen mitgebracht.

„Was meinst du?“, fragte Ulla und teilte den Streifen Streuselkuchen in kleine Stücke auf.
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