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Henni und der einsame Filmprojektor

Henni hatte Langeweile. Ulla und sie waren für ein Wochenende nach Winterberg in eine kleine Pension gefahren, die ihnen Kemal günstig angeboten hatte. Der Vermieter der Pension „Waldesruh“ war der Bruder von seinem Bruder oder so ähnlich. Jede von ihnen hatte ein kleines Zimmer mit Blümchenbettbezug, einem uralten Fernseher und einem wackligen Tisch auf dem eine Vase mit einem Trockenblumenstrauß stand.  
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Henni, die Erfindern der ERSTEN Laptopmarkise

Henni saß an ihrem neuen Laptop. Also, der Laptop war nicht neu, den hatte ihr Bernd vermacht, weil er für seinen Sohn einen Neuen brauchte und den, der jetzt vor Henni stand, übrig hatte.

„Wozu brauchen wir einen Laptop?“, fragte Henni und Bernd schaute sie an, als habe sie gefragt, ob er sie heiraten wolle oder noch was viel Schlimmeres.

„Äh, den braucht doch heute jeder wie ein Smartphone oder einen Fernseher!“

„Den haben wir auch nicht. Wir schauen nur manchmal etwas Fernsehen mit Ulla, denn ohne Ulla macht das keinen Spaß und ohne Ulla würden wir auch nicht Fernsehen!“, erklärte Henni überrascht.
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Hennis Laterne oder der Herbst ist da

Früher Montagabend, es begann schon dunkel zu werden. Ulla schaute aus dem Fenster. Der Herbst stand nicht mehr nur vor der Tür, er hatte längst geklingelt. Genauso wie Henni, die gerade lauthals singend die Straße entlanggekommen war. Es hörte sich an, als hätte sie ihren eigenen Laternenumzug veranstaltet.

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Hennis Urlaub und die Idee vom Übersommern      

Foto: Hinterberger, Hörboote

„Es war toll an der Nordsee!“ Henni seufzte tief und es sah so aus, als würde sie die Wellen und das Rauschen immer noch hören, riechen und sehen können. Ulla hatte sie einen Ostfriesen-Tee mitgebracht, weil sie wusste, dass diese gerade im Herbst abends gerne mal einen Tee mit Kandis und Dosenmilch trank.
Ulla strahlte, denn Henni hatte auch noch an Fisch gedacht, den sie so gerne frisch zubereitet aß. Hatte wohl damit zu tun, dass ihr Vater, der in der Woche in Cuxhaven auf Montage war, am Wochenende immer leckeren Nordseefisch mitgebracht hatte. Gerade probierte sie ein großes Stück Matjes mit frischem Brot aus der Hafenbäckerei.
„Mmmh!“, sagte sie und kaute zufrieden.
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Und da schlage ich das August-Kalenderblatt um und …

„Und da schlage ich das Kalenderblatt vom August um und nichts mehr. Ende, nada, da ist kein Kalenderblatt mehr!“, ruft Ulla entsetzt.

Henni lacht laut. „Ulla, wir haben doch ein anderes Jahr wie alle anderen. Es gibt doch schon wieder einen neuen Kalender.“

„Der fängt echt am ersten September an?“, fragt Ulla und blättert noch auf einmal bis ganz zurück. „Tatsächlich, da habe ich bis heute nicht darauf geachtet!“

„Das können wir ändern!“, ruft Henni und reicht ihr ein neues Kalender-Exemplar aus ihrem Rucksack.
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Henni und das Teeglas, das die Welt im Gleichgewicht hält

Ulla hatte sich tatsächlich eine neue Küchenzeile gekauft. Die war im Angebot im nahegelegenen Möbelhaus gewesen und Ulla hatte sich dort genau ausrechnen lassen, wie viel sie noch für ihre alte Küche bekam und wie viel sie monatlich dann abdrücken musste.
„Ich hatte noch nie in meinem Leben eine so tolle Küche!“, hatte Ulla Henni immer wieder vorgeschwärmt und Henni hatte ihre Augen leuchten sehen. Ullas Lieblingsfarbe war Rot und die Küchenfront war auch in einem lackierten, glatten Rot. Henni hatte bereits am ersten Tag ganz viele Fingerabdrücke gesehen, aber lieber nichts gesagt, weil sie ja wusste, wie sehr Ulla ihre neue Küche mochte.

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Neue Blogparade: Ein tierischer Urlaub

Ulrike Arabella hat zu einer neuen Blogparade „Ein tierischer Urlaub“ aufgerufen, bei der es darum geht, einen erlebten oder erfundenen Urlaub mit möglichst vielen tierischen Sprachfiguren zu erzählen.
So haben mich Sonja vor ein paar Tagen und Anne gestern noch einmal durch ihre Texte daran erinnert mitzumachen.

Wie von der Tarantel gestochen, sprang ich auf, als sich die Mailnachricht auf dem Bildschirm zeigte. „Sie haben gewonnen!“
Aufgeregt, denn man hatte ja schon oft Pferde kotzen sehen, öffnete ich meine Mail und las weiter. Vielleicht hatte ich damit alles in Gang gebracht. Vielleicht hatte mit dem Öffnen der Mail alles angefangen.
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Sie sind laut

Sie sind laut. Sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen. Sie erklären dir und uns lautstark die Welt. Sie wissen wie es läuft. Sie haben für alles eine Erklärung. Sie sind laut und noch viel zu selten setzt ihnen jemand sprachlich etwas entgegen. Sie sind für Argumente nicht zugänglich, weil sie ja wissen, wie die Welt funktioniert. Wir anderen nicht. Wir haben das noch nicht verstanden

Sie sind laut. Sie sind wenige. Sie erklären dir und uns die Welt. Sie verpesten die Luft mit ihren Worten und dem, was sie für ihre Sicht der Welt halten. Sie werden hofiert. Sie sind es einfach. 

Sie sind laut. Sie sind viel zu laut. Das müssen sie auch sein, denn dahinter ist nichts als heiße Luft.

„Stich sie einfach mit einer Gabel an, wenn du neben ihnen sitzt!“, sagt Henni, „dann geht die Luft raus wie bei einem Luftballon.“ Henni muss das wissen, denn sie hat das am Freitagabend gemacht und es hat funktioniert, wenn auch nur in Gedanken. Beim nächsten Mal wird sie es auch außerhalb ihrer Gedanken tun und freut sich jetzt schon darauf.

 

Der neue Henni Kalender 9.21-8.22 erscheint: Henni trifft das Iserlohner Schreibcafé

Nächste Woche ist es endlich soweit. Der neue und zweite Henni Kalender erscheint pünktlich zum ersten September, weil das Henni-Jahr eben nicht wie für die meisten am 01. Januar, sondern am 01. September 2021 beginnt.
Bei diesem Kalender haben ein Autor und neun Autorinnen des Iserlohner Schreibcafés und Henni und ich mit- und jeden Monat eine neue Geschichte von Henni geschrieben. Jede und jeder hat seine ganz eigene Facette von Henni entwickelt.
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