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montage gedankentage rückblicktage ausblicktage kontrasttage inspirationstage kaffeetage weinabende montage entlichEnte
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„Wer hat das eigentlich gesagt?“, fragt Henni, „ich verbringe doch nicht mein halbes Leben mit Ordnung.“ Wer Henni kennt, weiß, dass sie ihre ganz eigene Vorstellung von Ordnung hat, in der sie schon alles irgendwann wiederfindet, aber eben irgendwann und meist auch nicht dann, wenn sie es braucht. Was sie immer wieder findet, sind ihre Gummistiefel, denn die „Ich weiß nicht, wo meine Sonnenbrille ist. Vermutlich hat sie den Umzug nicht mitgemacht!“, jammert Henni vor der offenen Schublade ihres Sekretärs.
„Es gibt solche Tage, die möchte ich einfach aussitzen, so tun, als gäbe es sie nicht oder wegradieren wie früher, wenn mir ein von mir gemaltes Bild nicht gefallen hat!“, sagt Ulla und schaut aus dem Fenster. Ihr Arzt hatte heute keine gute Nachricht für sie und Henni hatte sie begleitet. Das hat Ulla gut getan und Henni durfte auch ihre Hand halten. Das machte Henni sonst nicht, weil Ulla das nicht wollte, aber heute war eine haltende Hand gut. Und ein Spaghetti-Eis mit Kaffee danach war eine verdammt gute Idee, fand Henni. Henni folgt ihrem Blick, kann da aber nichts entdecken, außer dem Nachbarhaus, das da schon immer gestanden hat, seitdem sie hier wohnt. Das ist hier ja nicht so selbstverständlich, werden doch in dieser Straße auch immer mal wieder Häuser abgerissen, um dann daraus Parkplätze werden zu lassen … „Aber solche und solche Tage bleiben Tage!“, antwortet Henni. „Jeder davon ist einer deines Lebens!“ Die beiden Frauen schweigen und die Erzählerin übernimmt für den Moment:
Sie hatte ihre Kaffeekapselmaschine bereits vor zwei Wochen verkauft, weil sie da noch dachte, sie würde die neue Siebträgermaschine noch am selben Tag mit einem italienischen Espresso von lilly einweihen können. Die Maschine widerfuhr aber ein ungeahntes Problem. Sie steckte in dem XL-Fach der Packstation 250 fest. Dieses ließ sich auch nach dem gefühlt tausendsten Mal nicht öffnen. Wiederholungen öffneten es nicht. Keiner der Anrufe bei DHL in den letzten zehn Tagen führte zu einer Veränderung der Situation.
Als sie sich im fast leergeräumten Obergeschoss umschaute, war sie nicht wirklich überrascht, wie gut ihr die ausgeräumte Leere tat. Sie atmete tief durch und genoss diesen Moment mit dem ersten Kaffee des Tages … In den letzten Tagen und Wochen, seit ihrer völlig ungeplanten Entscheidung umzuziehen, hatte sie neben ihrem Job nichts anderes getan als geplant, ausgemistet und ausgeräumt, weggeräumt und Kleinmöbel und Kisten weggefahren. Und sie war noch immer nicht ganz fertig. Das eigene Leben wieder in Kisten verpackt.
Henni stand bis zu ihrem Diebstahl vor mehr als zwei Wochen und ihrer Rettung durch den kleinen, großen Linus vor dem Haus der Kleinen Leute. Ganz viele Menschen haben Anteil genommen und waren froh, als Henni wieder an ihrem Platz stand und im Südengraben alles nach links und rechts überblicken konnte. Geblieben ist ein ungutes Gefühl, ob sich das wiederholen könnte. Deshalb hatte ihre Erfinderin eine spontane Idee und so zieht Henni jetzt ein paar Häuser weiter die Straße runter, an die Treppe. Dann steht sie fortan geschützt hinter Glas. Das gefällt ihr. So ist sie auch nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt und hat es dort ein wenig wärmer und genießt mal eine ganz andere Perspektive. Wenn du sie gefunden hast, schick mir doch ein Foto!
Am Ende dieses EINEN Tages der in meinem Traum nachklingen wird gibt es nur noch den See das OrangeBlau das Wort und mich im Immergleichen anders sein will ich hier noch viel öfter sitzen liegen schreiben stehen und wieder gehen ins Immergleiche anders der Welt hinter Zeilen in OrangeBlau Wärme Halt Hier eine MP3-Datei des Gedichtes zum Nachhören.
Foto: Andrea Ledwolorz Du sagst bleiben Ich sage gehen Du sagst trotzdem Ich sage bequem und frage für wen
Heute habe ich Linus kennengelernt. Der kleine, große Held, der mich gefunden, gerettet und mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder wieder zurück ins Haus der Kleinen Leute zu meiner Erfinderin Sabine gebracht hat. Sabine war heute etwas heiser, weil sie gestern, als sie davon hörte, dass Linus mich gefunden hätte, immer wieder gesagt hat „Henni ist wieder da!“.
Ich war heute spontan mit Ina und Tanja mit zum Sushi-Essen und genau da habe ich die Nachricht von Heike bekommen. Es hat etwas gedauert, da es in dem Restaurant so voll war. Was für eine tolle Nachricht!