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Henni und das tragbare, gelbe Radio

„Wir können einfach nichts mehr hören!“ Henni stand vor dem kleinen Schrank neben dem Küchentisch und schaute entsetzt auf ihr kleines, tragbares gelbes Radio. Ja gut, es war alt und sie bekam nur noch zwei Sender, aber mehr als WDR2 und WDR 5 hörte sie ja auch nicht. Es war auch schon zweimal heruntergefallen auf den Boden und hatte zwei üble Macken, die sie mit Gaffer-Tape wieder geklebt hatte und wenn Henni die Keksdose links und rechts den Kerzenständer hinstellte, dann waren beide Macken wunderbar versteckt.

Henni, ganz ENERWE und die verkühlte Flip-Flop-Frau

Henni stand völlig außer Atem vor Ullas Wohnungstür. Als Ulla öffnete, rieb Henni sich noch immer ihre tränenden Augen. „Hallo Henni! Wieder die Hirnbohrerin?“, fragte Ulla mitfühlend. Sie war heute Morgen schon im Testzentrum gewesen und hatte darauf geachtet, dass sie zu dem jungen Mann und nicht zu der dunkelhaarigen Frau kam, denn die brachte sie auch jedes Mal zum Weinen. Daher auch der eher unschöne Name, Hirnbohrerin. Der junge Mann, der dort arbeitete, war anders, der konnte das besser.

Henni, die Mini-Birke und der Strandkorb 

“Ulla, wie lange braucht eine Buche zum Wachsen, bis wir beide im Schatten unter ihr sitzen können?”, fragte Henni und stellte einen Blumentopf mit einem mehrfach verzweigten grünen Stengel mit vielen Blättern vor sie.  Ulla schaute erst auf die Grünpflanze, die kleiner war als der Blumentopf und in etwa die Größe ihres Kaffeepotts hatte. Sie räusperte sich und verbiss sich ein Lachen.

Henni und das Meer

„Henni?“ Eine große Hand mit einem klobigen Ring am Finger hielt ihr ein Tempotaschentuch hin. „Mmh.“ Henni schniefte laut, rieb sich die Augen und schneuzte sich dann geräuschvoll. „Alles o.k.?“ „Mmh!“, antwortete Henni, „So viel Meer auf einmal ist ein wenig zu viel für uns.“ „Du warst lange nicht mehr hier!“

Wenn alles schief geht, ist endlich alles gerade gerückt

„Wir sind heute aber auch total dusselig durcheinander geschüttelt wie eine Tüte Haribo, da sind die Gummibeeren auch immer unten!“ Henni schimpfte vor sich hin. Erst war die Tüte von Kaufland gerissen. R-A-T-S-C-H machte es und da kullerten auch schon die Joghurts, die Äpfel, das Toastbrot, die Tüte Haribo und die kleine Leberwurst heraus. „Sei mal nicht gleich beleidigt!“, rief Henni der Leberwurst hinterher und kroch unter die Sitzbank neben dem Kaffeeautomaten, denn natürlich war die kleine Leberwurst bin nach ganz hinten gerollt.

Henni und die „Model“-Region

„Ulla, wir sind Model-Region! Wir können in den Urlaub fahren. Wir beide. Wir müssen uns nur schnell anmelden!“ Henni stand mit einem vollgepackten Rucksack vor der Haustür in Ullas Flur und strahlte von einem Ohr zum anderen. „Wir sind was, bitte?“, fragte Ulla und lachte laut.

Henni, ihr Lieblingsfenster und der Drache im Wald

Henni schaute mit gerunzelter Stirn auf ihr frisch geputztes Fenster. Es war ihr Lieblingsfenster. Von hier aus konnte sie, wenn sie auf dem Sofa im Wohnzimmer neben ihrem roten Herz-Lieblingskissen saß, den Teil des gegenüberliegenden Waldes sehen, der wie ein fliegender Drache aussah. Sie wollte die beiden Flügelrahmen so weit wie möglich öffnen. Nicht nur öffnen, sondern das Fenster sollte so geöffnet bleiben. Leider hatten die Flügelrahmen die Angewohnheit immer wieder langsam zuzugehen. Das mit den einzelnen Teilen des Fensters, den Flügel- und Blendrahmen hatte ihr Uwe mal erklärt, der eine Zeitlang bei einem Fensterbauer gearbeitet hatte. Und von ihm hatte sie auch das Bildlexikon, in dem das alles gut beschrieben war.

Henni meets Kunst: Henni, die Pfeile auf dem Boden und die tanzenden Buchstaben

Bild: (c) Dan Perjvoschki Henni, die letzte Woche das erste Mal im Museum in Dortmund, im Dortmunder U gewesen war, hatte voll Geschmack gefunden an der Kunst. Und weil das so war, hatte Benno sie heute wieder alle, Ulla, Peter und Henni, nach Aachen zum Stadtspaziergang an den Werken der Comiciade vorbei und danach ins Ludwig Forum eingeladen, weil da ein toller Graffiti-Künstler ausstellte. Ulla hatte kurzfristig abgesagt und Peter auch. „Voll die Kunstbanausen!“, hatte Benno gelacht. „Ich hoffe, du versetzt mich jetzt nicht auch noch!“

Henni, die Nasenbohrerin und die Kunst im Schulklo

„Ulla, müssen wir wirklich wieder zu der Nasen-bis-ins-Hirnbohrerin?“, fragte Henni und zappelte unruhig von einem Bein auf das andere. Ulla und sie hatten heute etwas Besonderes vor. Sie waren mit Peter und seinem Freund Benno, einem bekannten Graffiti-Künstler aus der Stadt im Dortmunder U verabredet. Die beiden hatten sich angeboten sie im Auto mitzunehmen Da gab es eine coole Ausstellung und dafür brauchte Henni einen negativen Test.