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Immer wieder freitags oder die Sehnsucht der Ente mit nach Mordor zu reiten

(Schreiben mit dem Wort-Steinbruch) „Schaut am 5. Tag nach Osten, wenn die Sonne aufgeht“, sagte Gandalf zu seinen Gefährten, als sie Richtung Mordor ritten. Es war Freitagmittag. Sie schaute ihn an. Jede Woche derselbe Satz. Dieselbe charismatische Ausstrahlung. Derselbe Sog, mitzureiten, zu kämpfen, auf Leben und Tod, vielleicht nicht wiederzukommen. Sie sattelte ihre stärkste Ente und ritt am Ende der Gruppe. Sie bildete wie immer das Schlusslicht. Lag wohl an der Größe ihrer Ente. Sie bog wie jeden Freitag kurz vor Mordor über den Fahrradweg rechts ab und kämpfte in der alten Fabrik im dunklen Stadtwald ihren eigenen Kampf. Als es dunkel wurde, hatte sie dort alle erledigt und konnte müde, aber zufrieden ins Wochenende gehen. Jeden Freitag dasselbe Spiel, bis zu dem einen Freitag, an dem sie nicht mehr abbiegen, sondern weiter mit nach Mordor reiten würde. ENDLICH!

Henni geht weiter …

„Du suchst dir eine neue Hauptfigur, oder?“, fragt Henni. Ihre Frage klingt traurig und auch fröhlich. So wie eben nur Henni klingen kann. „Ja“, antworte ich, weil jedes weitere Wort gelogen und zu viel gesagt wäre. „Ich weiß, ich bin froh, dann muss ich nicht noch eine Geschichte sein.“ Sie seufzt tief und laut. Ich muss lachen. „Du freust dich also!“ „Ja, denn mir reicht meine Geschichte voll und ganz aus. Es wird Zeit eine andere zu schreiben. Eine für eine neue Hauptfigur. Und du weißt ja auch schon, welche das sein wird, oder? Und, ich mag sie, Theo, meine ich.“ Und ich wundere mich nicht einmal darüber, dass Henni schon wieder weiß, was ich schreibe. Und genau deshalb wird sie ja auch ein Teil von mir sein und bleiben.

Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?

#alletassenimschrank Lieber Herr Merz, nein, ich habe Sie nicht gewählt, aber ich gehöre ja, laut ihrer Definition auch zu denen die nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Ich habe sie also nicht nur nicht gewählt, weil meine beste Freundin Ulla bei den „Omas gegen rechts ist“, sondern auch, weil ich glaube, dass Sie mit der Besitzerin von roten Gummistiefeln mit weißen Punkten nicht gut umgehen können. Sie glauben ja auch, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Das glaube ich nicht. Was glauben Sie dann erst wohl von einer Frau, die diese Gummistiefel trägt?

Henni und Valentin

Immer noch eine meiner Lieblingsgeschichten von Henni! „Haben Sie Valentin gesehen?“, fragte Henni in den kleinen Blumenladen hinein. Die Tür stand kurz vor Ladenschluss am Mittwoch noch ein kleines Stück auf. Die Blumen waren schon fast vollständig weg- und vermutlich ins Kühlhaus geräumt. „Wen meinen Sie?“, fragte eine Stimme von hinten. Eine junge Frau mit hellblonden Haaren und einer neonblauen Strähne wischte sich die Finger an ihrer grünen Schürze ab und kam nach vorne in den Laden. „Wir schließen gleich!“, sagte sie noch.

Neuer Text aus dem ersten Schreibcafé 2025

Bild: Quint Buchholz Was ist die eine gute Gewohnheit, die dir das Leben leichter macht? (Aus: 101 Montag-Motivation, Profiler Suzanne Grieger-Langer) „Lächeln“, hat Sonja gesagt und hat Recht. Genau das tue ich und verschenke eine Ente dazu. Denn dann kommt das Lächeln zu mir zurück So spüre ich auch im ganz, ganz Kleinen, zumindest für diesen einen Moment und, dass sich für diesen einen beschenkten Menschen etwas verändert hat. Etwas Neues ist dazugekommen. Etwas, das vorher noch nicht da gewesen ist. Und wieso sollte ich mir dann nicht auch immer öfter selbst eine Ente schenken. Täglich aufs Neue! So!