Allgemein, Henni
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Er ist da – Der HRap – Hennis Rap

Heute im Sauerlandpark Hemer war es soweit.
In der Sonne in einem der Gärten ist er entstanden.
Der HRap. Hennis Rap.

Und in dem Moment der gerade aktuell entstehenden Geschichte ist er von Henni selbst erfunden worden.
Lest selbst:

[..]Sie begann mit dem Fuß zu wippen und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, das sich immer mehr in ihrem Körper ausbreitete.
„Na, da wird anscheinend gerade ein neuer Fan geboren!“, lachte Ben neben ihr.
Henni konnte gar nicht mehr aufhören der Musik zuzuhören.

Ein Schatten fiel über sie und mit dem Schatten stürzten dunkelrote Wörter auf sie ein, die dafür sorgten, dass sie heftig zusammenzuckte und wieder ganz klein wurde.
„Hast du schon mal auf die Uhr geschaut? Ich suche dich und du sitzt hier und vergnügst dich mit diesem Jungen!“
Da stand sie, über ihr, die Oma-Frau im Kittel. Zum Glück war sie nicht in ihrem hässlichen Kittel vor die Tür gegangen. Sie trug eine abgewetzte Jeans und einen ausgeleierten grünen Strickpulli. Ihre schlechte gefärbten Haare, die einen ekligen Lila-Stich hatten, standen ihr wild vom Kopf ab. Dadurch sah sie noch furchteinflößender aus. Zu allem Überfluss trug sie auch noch diese riesige, altmodische Eulenbrille. Ein anderer Ausdruck fiel ihr für dieses braune Monstrum auf der nicht gerade kleinen Nase nicht ein.
Ben war vor Schreck aufgesprungen. Er stand da mit offenem Mund und konnte es offensichtlich nicht fassen, was da gerade passierte und welches Unheil da über ihn hereingebrochen war. Henni zog ihre Kopfhörer aus dem Mini-Bumerang.
„Zackig jetzt, Frollein!“ Die Oma-Frau im Kittel ging einen Schritt auf den Ausgang zu. Henni stopfte schnell ihre Kopfhörer, mit dem Smartphone in die Hosentasche. Das plötzliche Aufspringen von Ben hatte sie aus dem Mini-Bumerang gerissen. Sie traute sich nicht aufzuschauen, weil sie längst spürte, wie sich alle Blicke bohrend auf sie richteten. Vor allen Dingen vor Ben schämte sie sich abgrundtief.
„Henni?“ Ben versuchte ihren Blick mit nur diesem einem Wort auf sich zu lenken.
Henni schaute kurz auf, murmelte eine leises „Entschuldigung!“ und lief hinter der Oma-Frau im Kittel her, die mit großen, wütenden Schritten bereits ein paar Meter vor ihr her lief.
Henni ließ sich in ihren Rap fallen. Wusste sie doch jetzt, dass es ein Rap war.

Sie ist die Frau im Kittel
und riecht wie Rostschutzmittel.
Sie ist ein Riesendrama
spuckt ihr Worte aus. Lama!
Sie macht mich winzig und klein
kommt, haut ihr eine rein!

In ihrem Zimmer angekommen, warf sich Henni sofort aufs Bett, setzte ihre Kopfhörer auf und versuchte die Schreierei aus dem Erdgeschoss zu ignorieren. Als ihr Magen knurrte, ging sie nach unten und briet für sie beide die Nudeln von gestern auf. Essen stimmte die Oma-Frau im Kittel meist etwas versöhnlicher und sie schrie nicht mehr so lange und nicht mehr so laut.
Der Oma-Frau im Kittel, die schnarchend vor dem Fernseher saß, stellte Henni das Essen auf ihren Beistelltisch neben ihrem Sessel, auf dem schon wieder zwei leere Bierflaschen standen. Henni nahm beide Flaschen mit zurück in die Küche und stellte sie in die Kiste für das Altglas. Henni nahm ihre Portion Bratnudeln mit dem Gurkensalat mit in ihr Zimmer.

Eine Nachricht. Alles o.k.? Ben.

Ja, alles o.k. Ich habe dazu meinen ersten Rap gemacht. Henni schrieb ihren Text in das Textfeld und schickte es ab.
Sie ist die Frau im Kittel und riecht wie Rostschutzmittel.
Sie ist ein Riesendrama, spuckt ihr Worte aus. Lama!

Zurück kamen drei lachende Smilies. Wer ist die Frau?

Unsere Oma, aber wir nennen sie nur die Oma-Frau im Kittel.

Sehr treffend. Lebst du bei ihr?

Ja, das tun wir, leider!

Meld dich, wenn sie dich wieder rauslässt. 

Ja, machen wir.
[…]
Hier kommt der Rap als Hördatei!

1 Kommentare

  1. Annemarie+Winckler sagt

    Liebe Sabine,
    was eine schaurig – traurige Geschichte. So gut erzählt, dass mich zwischendrin die Beklemmung überfiel. Eigentlich ist es tröstlich, dass Henni sich in der Situation mit einem selbst gedichteten Rap retten kann. Aber diese Lebenssituation nimmt mich ziemlich mit und ich würde Henni gern retten,
    Liebe Grüße
    Anne

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