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Wie Henni zu den roten Gummistiefeln mit weißen Punkten kam

„Wir wissen nicht, welche Schuhgröße wir haben. Unsere Füße müssen einfach nur in diese Gummistiefel passen.“, sagte Henni im Schuhladen und zeigte auf die roten Gummistiefel mit weißen Punkten.

Der Verkäufer mit dem gestreiften Hemd, der sie bereits kannte, lachte. „Also, tauschen wir die etwas in die Jahre gekommenen grünen Garten-Gummistiefel gegen diese rot-weiß-Gepunkteten?“
„Ja, wir haben, glauben wir, kleine Füße und kleinere Gummistiefel sind bestimmt billiger.“, erklärte Henni und war sehr froh, dass sie heute Morgen geduscht und frische Ringelsocken angezogen hatte. Sie hatte auch noch andere, die wären ziemlich peinlich geworden.

„So, Henni, schauen Sie mal, wie Sie in den Stiefeln laufen können.“ Er hatte ihr galant mit dem Schuhanzieher in die Gummistiefel geholfen, als wäre sie die Queen von England persönlich.

„Galant ist er, der Uwe.“, sagte Ulla oft, wenn sie früher von Uwe sprach. Seitdem wusste Henni, die das Wort vorher noch nie gehört hatte, was das war, galant. Ein bisschen eifersüchtig war sie schon, dass Ulla so etwas von Uwe sagte, denn es war doch „ihr“ Uwe. Aber Ulla ist ihre Freundin, also durfte sie das auch sagen.

„Wir finden, der Uwe ist ein Gentleman wie der Verkäufer im Schuhladen“, hatte Henni damals gesagt und, weil das so war und er sie bis heute an Uwe erinnerte, kaufte sie die Gummistiefel bei ihm und nicht bei ALDI.

„Wir müssen einfach etwas länger sparen.“, sagte Henni und zog die alten ausgelatschten grünen Gummistiefel ein weiteres Mal an. Solange bis sie das Geld zusammen hatte.

„Und, wie läuft es sich in weißen Punkten auf roter Gummisohle?“, fragte der Verkäufer.

„Wie auf Schokopudding.“, lachte sie, denn so stellte sie es sich vor, dass es sich anfühlen würde, wenn sie auf Schokopudding würde laufen können. „Wir wissen gar nicht, wie Sie heißen!“, sagte sie nach ihrem Rundgang durch die vielen Gänge des Schuhgeschäftes.

„Ich heiße Theo!“, sagte Theo.

„Wir mögen die Gummistiefel und Sie, lieber Theo!“, sagte Henni. „Ich lasse sie gleich an.“

Als Henni das Geld auf der Theke abgezählt hinlegte, war sie stolz und fühlte sich wie die Königin des Schokopuddings.

 

2 Kommentare

  1. Annemarie Winckler sagt

    Liebe Sabine,
    Uwe, Ben, Theo und war da nicht auch noch so ein Seebär mit Kahn? Henni scheint von interessanten männlichen Wesen umgeben zu sein. Ist da nicht was ausbaufähig? Ich finde ja den Ostereier malenden Ben am sympathischsten. Aber vielleicht tauchen da noch ganz andere männliche Wesen auf. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
    Liebe Grüße
    Anne

  2. Sabine sagt

    Liebe Anne,
    ja, meine Tendenz führt mich gerade auch zu Ben … Der Seebär ist Fredderik mit Doppel „D“. Aber, schauen wir mal, was so aus Henni und ihren Männern wird, ich bin selbst sehr gespannt,
    liebe Grüße,
    Sabine

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