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Henni und der Geschmack von Italien

Ein Beitrag für Sara, die mich heute Morgen im Büro auf die Idee gebracht hat!
Danke!

„Komm rein Henni!“, rief Ulla von oben, „Valentina ist auch schon da!“
Henni lief das Wasser im Mund zusammen. Valentina … Dieser Name schmeckte nach Stracciatella und Sonne. Beides mochte Henni am liebsten im Schatten. Und Valentina mochte sie auch.
Henni nahm zwei Stufen auf einmal. Valentina war jetzt öfter bei Ulla. Die beiden hatten sich im Stadtteil-Laden der Kinderlobby kennengelernt, wo sie beide einmal in der Woche mithalfen. Im Moment halfen sie Familien, die sich eine erste Schulausrüstung nicht leisten konnten.

Valentina. Sie summte den Namen auf dem Weg durch den Flur. So musste Italien schmecken, dachte Henni und strahlte, als sie die beiden Frauen am Kaffeetisch sitzen sah. Vor ihnen jeweils eine dampfende Tasse Kaffee und jetzt holte Ulla gerade Valentinas selbstgemachtes Eis aus dem Kühlschrank: Erdbeere.
„Mmh, Valentina, wir sind in Italien, wenn du da bist!“, schwärmte Henni, die noch nie in Italien gewesen war.
Valentin lachte laut. „Das freut mich, dass mein Eis das schafft, denn das meiste Eis in Deutschland schafft das nicht!“ Valentina half in der Eisdiele in der Unnaer Straße aus und, seitdem sie dort war, gab es eben ihr Erdbeereis á la Valentina und ganz neu Stracciatella, doch das war heute schon aus gewesen.
Ulla strahlte ebenso. „Valentina hat mir heute erzählt, dass heute ein gaaanz wichtiger italienischer Feiertag ist, – FERRAGOST0-, zu dem die Familien in die Berge oder noch viel mehr ans Meer fahren und dann wird dort gefeiert und lecker gegessen und abends gibt es Silvester …“ Ulla macht eine Pause und hebt den Eislöffel so hoch, als sei sie ein Dirigent und würde dem Orchester sagen, was es spielen soll.
„Das gefällt uns!“, sagte Henni erwartungsvoll.
Valentina kicherte und Henni schaute fasziniert auf die Dirigentin Ulla, die sich endlich dazu herabließ, etwas zu sagen: „Und dann werden junge Mädchen von den jungen Männern ins Wasser geworfen, hat Valentinas Oma erzählt, aber nur die Hübschen, hat sie auch noch gesagt!“
Henni schaute entgeistert zu den beiden Frauen, auch Ulla kicherte jetzt und prustete mit Valentina um die Wette.
„Das können wir nicht glauben. Wieso werden denn nicht die jungen Männer ins Wasser geworfen?“, fragte sie und Valentina schüttelte den Kopf. „Ach Henni, Italien ist eben … Italien. Du musst unbedingt mal mit mir hinfahren!“
„Nein, wir wollen nicht mitfahren. Es sei denn, wir dürfen junge hübsche Männer ins Wasser werfen!“ Henni lachte laut. „Das Fest gefällt uns! Sollen wir am Bachlauf schon mal mit dem-ins-Wasser-schubsen anfangen und für Italien üben?“
Die drei Frauen kicherten und als Ulla später vom Platz ein lautes Schimpfen hörte, wusste sie, dass Henni ihre Drohung wahr gemacht hatte. Tage später erzählten sie sich noch in Peters Kiosk, dass Henni mit Anlauf Harald in den Bach geschubst und dabei laut gerufen hatte: „Wir feiern unseren eigenen Feiertag, ein wenig italienisch und noch viel mehr Henni!“
Harald beruhigte sich wieder, als Henni ihn zum Eis einlud und erklärte, dass an ihrem italienischen Feiertag FERRAHENNI nur hübsche junge Männer ins Wasser geschubst wurden.

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