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Hennis unkaputtbare Blumen und das Flüstern aus dem Nachbarhaus

Hennis Blick wanderte an diesem sehr warmen Junitag immer wieder zum Tisch neben ihrem Liegestuhl, den ihr Peter aus den Resten seiner nie eröffneten Beach-Bar ohne Sand erst nur geliehen und dann geschenkt hatte.

„Den brauche ich nicht mehr. Mit der Beach-Bar wird es hier wohl nix.“  Henni fand die Idee eine Beach-Bar ohne echtes Meer ziemlich gut, weil alle, die nicht ans echte Meer konnten, dann zumindest an den Strand der Beach-Bar kamen. Und mit dem Sand zwischen den Zehen und Flipflops konnten dann alle mit bunten Cocktails und Schirmchen für einen Moment glauben, sie wären dort am Meer. Außer Peter und sie glaubte wohl in dieser Stadt niemand mehr an diese Idee.
Also hatte Henni angefangen sich ein eigenes kleines Meer zu bauen und das fing mit dem Liegestuhl an, ging weiter mit einem Plastikbecher mit Strohhalm und Deckel für den eisgekühlten Orangensaft und endete in der Wasserschüssel für die Füße. Die planschten gerade in herrlich kaltem Wasser und ihre Gummistiefel standen abseits im Schatten. Meeresrauschen gab es aus dem Smartphone.

Henni stellte den Becher mit dem Orangensaft ab und schaute auf den Tisch und freute sich sehr an dem, was sie da sah. Sie hatte ja nicht so einen tollen grünen Daumen wie ihre Freundin Ulla, was Blumen betraf und deshalb hatte sie von Andrea absolut unkaputtbare Blumen bekommen. Die brauchten kein Wasser und konnten deshalb nicht vertrocknen. Sie waren unverwüstlich und konnten auch mal umstürzen oder vom Tisch fallen.

„Ihr seid schon was ganz Besonderes!“, flüsterte Henni und, weil sie flüsterte, hörte sie genauer hin. Und, weil sie genauer hinhörte, hörte sie der Geschichte vom Haus der kleinen Leute gegenüber zu, die ihr Mia Hausflüsterin mal geflüstert hat.
„Hörst du es auch? Nein, dann schau und hör hier genau hin!“

Bild: Sabine Stähler

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