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„Manchmal gerät alles durcheinander, …“

Schreibimpuls zum Einstieg aus dem Online-Seminar Aktuelle Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Holocaust vom Ulla Hahn Haus

„ … wenn man Angst hat“, sagt Opa.

Und mein Opa weiß, warum das so ist, weil er auch mal Angst gehabt hat, als er so alt gewesen ist wie ich heute bin. Er ist zehnmal so alt wie ich, also achtzig Jahre. Er hat dann wohl zehnmal so viel Angst gehabt wie ich heute.
Mein Opa sagt, ich denke und rechne zu viel. Da hat er auch recht. Denken und rechnen hilft mir, wenn ich mit Opa die vielen Bilder im Fernsehen sehe. Da muss ich ganz viel denken und rechnen und mein Opa muss ganz viel seufzen.
„Dass du das erleben musst!“, sagt er dann immer.

Er schaut dann gar nicht mehr richtig in den Fernseher, so wie ich nicht mehr richtig auf die Tafel in der Schule schaue, wenn meine Gedanken schon wieder ganz woanders sind und rechnen.
Ich habe mal ausgerechnet, wie oft jemand im Fernsehen Krieg sagt. Nur Corona wurde öfter gesagt.
Manchmal, nur ganz manchmal verrechne ich mich, aber das weiß nicht einmal mein Opa. Manchmal abends im Bett, wenn es dunkler ist als sonst und die Schatten der Zahlen des Tages nach mir greifen.

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