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Henni und das riesengroße Muttermal

Diese Geschichte ist heute für dich, für uns und alle, die denken, sie wären zu klein, zu groß, zu dick zu schlank, zu schüchtern, zu sehr mit Muttermalen voll, zu klein- zu großbusig, zu schlaksig, zu blond, zu rothaarig, zu blass …
Ergänze ruhig deine Gedanken!

 „Henni, wir waren dieses Jahr noch gar nicht schwimmen!“, bemerkte Ulla, die wusste, wie gerne Henni schwamm, wenn auch am liebsten irgendwo in einem Waldsee oder am allerliebsten ganz alleine im Schwimmbad.

Henni schaute weiter konzentriert auf ihren Kuchenteller und ordnete das verbleibende Stück Streuselkuchen in vier gleichmäßige Teile.
„Henni, hast du mich gehört?“, fragte Ulla nach, die nicht sicher wusste, ob Henni sie wirklich gehört hatte oder mit ihren Gedanken wieder einmal in die Welt zwischen den Streuseln verschwunden war.

„Mmh, haben wir, unser Muttermal auch!“, erwiderte Henni.

„Du hast ein Muttermal?“, fragte Ulla und war sich sicher, dass sie es bei ihrem letzten Badeausflug an den See nicht gesehen hatte und niemand sonst auch. Da hatte Henni das erste Mal ihre Gummistiefel gegen rote Flip-Flips mit weißen Punkten und einen ebenso farbigen Badeanzug getauscht hatte. Einen mit halblangen Hosenbeinen wie früher bei den Bademoden aus den Schwarzweißfilmen, die Ulla so gerne mochte. Ulla hatte einen pinkfarbenen Badeanzug mit Rüschen getragen und sie musste heute noch schmunzeln, wenn die daran dachte, was sie für die anderen Badegäste wohl für ein seltsames Pärchen abgegeben hatten.

Sie hatten auf jeden Fall eine Menge Platz für sich gehabt und Henni hatte dann auch gegen frühen Abend und als immer mehr Leute wieder gingen, sich getraut ins Wasser zu gehen. Es gefiel ihr so, dass sie und ihr großer, blauer Drachen-Schwimmring, den ihr die 6-jährige Nachbarstochter Matilde geliehen hatte, gar nicht mehr aus dem Wasser wollte.

„Es ist soooo riesig!“, sagte Henni plötzlich.

„Wie riesig? Riesig wie eine Ein-Euro-Münze, riesig wie ein Kuchenteller oder riesig wie ein Drachen-Schwimmring?“, fragte Ulla und nahm ihre Arme zum Zeigen dazu.

Henni musste lachen. „Na ja, schon riesengroß wie ein großes Ein-Euro-Stück.“

„Kann das außer dir überhaupt jemand sehen?“, fragte Ulla vorsichtig weiter.

„Na ja, wenn wir im Wasser ausrutschen würden und dann würden wir im Wasser auf einem Stein ausrutschen und dabei würde dann das halblange, rechte Hosenteil des Badeanzuges hochrutschen, dann ja!“

Ulla fing an zu lachen und hörte nicht mehr auf. „Mensch, Henni, da hast du ja Glück, dass du mich hast!“

„Wieso, stellst du dich dann vor uns?“, fragte Henni sichtlich verwirrt.

„Na klar, das würde ich auch tun, aber vorher gebe ich dir ein buntes Kinderpflaster und das klebst du einfach darüber.“

„So eins, das du Matilda gegeben hast, als sie mit dem Roller gestürzt ist.“

„Ja, genau so eins! Und liebe Henni und wenn du überall am Körper Muttermale hättest! Dieses eine Muttermal gehört zu dir wie die weißen Punkte auf deinen Gummistiefeln. Schau dir Matilde an, die hat Neurodermitis am ganzen Körper und, geht die nicht ins Planschbecken?“, fragte Ulla, obwohl sie natürlich wusste, dass die Zeiten kommen würden, wo Matilde ihren Körper und ihre Haut mit Augen der anderen betrachten würde, aber bis dahin würde sie das Planschbecken auf jeden Fall für sich alleine haben und entsprechend genießen.

„O.k., können wir das Pflaster haben und wir können ja schon mit den Füßen ins Planschbecken gehen, wenn Matilde das erlaubt?“ Henni begann wieder zu strahlen und Ulla, die wusste, wie sehr Matilde Henni mochte, war sich sicher, dass Hennis Füße in das Planschbecken durften, denn Matilde war es noch furzpiepschnurzegal wie jemand aussah.

Und die folgende Geschichte „Fische an Land“ als Pdf-Datei ist für dich und alle von euch, die wissen, was es bedeutet eine Hautkrankheit zu haben!
Und für alle die, die wissen wollen, wie das ist!
Und für alle die, die über das Aussehen eines Menschen zu wissen glauben, wer dieser Mensch ist!

 

              

 

 

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