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Henni und die Magie des Lebens     

Henni klingelt Sturm. Sie zappelt aufgeregt von einem Gummistiefel auf den anderen.

„Ulla, wir müssen dir doch unbedingt was erzählen und wir haben schon so lange gewartet, bis du deine Jalousie hochgezogen hast!“, sagt Henni zu der Tür.

Hinter der Tür hört sie etwas. „Bist du es Henni!“, hört Henni Ullas verschlafene Stimme dahinter.

„Na klar, sind wir es, wer kann denn außer uns noch so schön klingeln!“
Henni versucht manchmal ihr Lieblingslied „I’m singing in the rain“ zu klingeln. Heute hat sie das lieber sein lassen, weil sie weiß, dass Ulla manchmal sehr empfindlich reagiert. Vielleicht mag sie auch einfach das Lied nicht und, weil das im Moment mit dem Regen zu einer Katastrophe geführt hat.

„Na komm schon rein!“, Ulla öffnet mit einem verstrubbelten Kopf, aber schon vollständig angezogen die Tür. Kaffeeduft! Henni bleibt noch einen Moment auf der Schwelle der Tür stehen.

„Schau mal!“, ruft sie. Ulla schaut sie an und dann an ihr herunter. In der linken Hand hält sie eine Brötchentüte. Da lächelt Ulla. Henni weiß, was sie gerne isst. Und dann sieht sie auf Hennis Füße.

„Wow, du hast neue Gummistiefel!“ Ulla scheint beeindruckt. „Na, dann bring mal deine Gummistiefel mit rein und lass uns bei einem Kaffee darüber reden, wo die herkommen!“  

Henni lässt sich nicht noch einmal bitten und folgt Ulla in die Wohnung.

Nach ein paar eingespielten Minuten sitzen die beiden Frauen am gemeinsam gedeckten Kaffeetisch setzen, wo es wunderbar nach frischem Kaffee und Croissants duftet.

Als Ulla genüsslich in ihr noch warmes Croissant gebissen hat und mit einem Schluck Kaffee beides im Mund vermischt, schaut sie Henni auffordernd an.

„Ich habe die geschenkt bekommen!“ Henni wird tatsächlich ein wenig rot. Das ist echt selten bei Henni.

„Mmh!“, sagt Ulla, weil sie gerade ein zweites Mal ins Croissant gebissen hat.

„Der Dirk hat sie uns geschenkt, weil wir uns so um die Dinge in unserem Haus kümmern. Wir waren wegen des Wassers im Keller und haben die Pappe entsorgt, bzw. die vorhandene nach hinten geschoben und dem Müll und dem Lebensbaum und so ….“

Ulla nickt, weil sie gerade mit vollem Mund nicht sprechen kann.

„Wir wussten gar nicht, was wir sagen sollten, weil das so überraschend und schön und magisch war!“, sagt Henni und ihre Augen schimmern feucht. Das mit dem magisch hatte sie im Internet gelesen, dass das Leben manchmal genau so ist, wenn Menschen das sehen, was andere tun und sich genau dafür bedanken.

„Ich finde, das ist ein wunderbares Geschenk für dich!“, antwortet Ulla, die weiß, wie sehr Henni dieses Haus am Herzen liegt, weil sie dort schon so viel erlebt hat.

Henni nickt und schaut zwischen Kaffee trinken und Croissant essen immer wieder auf ihre Füße.

 Die beiden Frauen schweigen zusammen. Das geht gut bei ihnen.

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