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Hennis Oster-„Brantsch“

Foto: #kriegundfreitag

„Henni, mach bitte auf! Ich bin es, Ulla!“ Ulla stand vor Hennis Wohnungstür und hämmerte gegen die Tür. Sie waren heute zum „Oster-Brantsch“ verabredet gewesen.
„Das heißt nicht Frühstück, sondern Brantsch und beginnt erst um 11:00 Uhr!“ hatte Ulla Henni erklärt und einen leckeren Hefezopf gebacken. Henni wollte den Quark und die Marmelade dazu mitbringen.
Wer nicht kam, war Henni. Der Hefezopf, gerade noch im Ofen, wurde langsam kalt. Das war in den ganzen Jahren, seitdem sich die beiden Frauen kannten, noch nie vorgekommen.
Ulla hatte von ihrem Küchenfenster gesehen, dass die Jalousien immer noch heruntergelassen waren. 11:15 Uhr. Ans Handy ging Henni auch nicht. Irgendwann war sie total besorgt nach gegenüber gerannt, hatte erst bei Henni und dann bei ihrem Nachbarn Sturm geklingelt. Der öffnete, Henni immer noch nicht.

„Henni!“ Ulla rief noch einmal so laut sie konnte und hämmerte gegen die Tür.

Endlich hörte sie etwas und dann öffnete eine total verschlafene und verstrubbelte Henni im Schlafanzug die Tür.

„Mensch Henni, hast du echt nur verschlafen? Ich habe mir voll Sorgen gemacht!“ Ulla schaute sie an und musste laut lachen. Henni hatte noch nie verschlafen, also zumindest nicht, wenn sie mit Ulla verabredet war und sie war sonst eher zu früh bei ihr als zu spät. Aber, das mit der Müdigkeit, das kannte Ulla auch. Sie hatte seit Corona viel mehr Zeit und doch schaffte sie oft nicht all die Dinge, die sie sich vorgenommen hatte und schaute dann viel mehr Fernsehen als sie wollte.

„Wieso lachst du dann?“, gähnte Henni herzhaft.

„Dein Schlafanzug!“ Ulla grinste.

Henni schaute an sich herunter. „Ja, cool, oder? Ist mein Spezial-Kuschel-Püschama mit Kapuze! Ach Ulla, ich bin in letzter Zeit immer so müde, irgendwann muss ich doch mal alle Müdigkeit weggeschlafen haben, oder?“ Henni schaute sie schon wieder gähnend an.

„Ich schlage vor, du gehst duschen und kommst dann rüber und ich koche nochmal eine Extra-Portion frischen starken Kaffee und dann reden wir mal!“ Ulla schaute sie an. „O.K.?“

„Ja, so machen wir das! Und dann schauen wir einen Film, von dem wir wissen, dass er gut ausgeht, O.k?“

„Ja, das machen wir!“, sagte Ulla. „Bis gleich!“

Es dauerte keine Viertelstunde, da kam Henni frisch geduscht und mit noch etwas nassen Haaren zu Ulla herüber, Quark Marmelade und einen frisch gepflückten kleinen Blumenstrauß aus des Nachbarn Garten dabei.

„Für dich, mit lieben Grüßen, den durfte ich extra nebenan für dich pflücken, weil du dir doch Sorgen gemacht hast!“, sagte Henni etwas verlegen.

Ulla strahlte. „Der bekommt einen Ehrenplatz auf unserem Tisch. Ich hole gleich eine Vase!“

„Weißt du noch, Ulla. Letztes Jahr haben wir das Riesen-Osterei auf dem Alten Rathausplatz gesehen.“

„Ja, letztes Jahr war zwar auch schon alles anders, aber noch nicht so lange und noch nicht so müde machend!“, seufzte Ulla und schüttete Henni eine große Tasse Kaffee ein.

„O, das tut gut!“ Hennis Augen leuchteten wieder. „Sollen wir gleich Elfer-raus spielen?“, fragte Henni.

„Das ist eine gute Idee!“, sagte Ulla. „Frohe Ostern, liebe Henni!“

„Frohe Ostern, liebe Ulla. Auf eine Zeit, die nicht mehr so müde macht!“, antwortete Henni und summte leise. „Wer wenn nicht wir …

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