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Henni und der On-Lein-Einkauf

Henni wollte Ulla in diesem Jahr etwas ganz Besonderes zum Geburtstag schenken, weil sie eine fünfte Null bekam. Wieso das mit der fünften Null so etwas Besonderes war, verstand Henni nicht so ganz, weil sie eine zweite Drei, Vier oder Fünf viel mehr besonders und eben doppelt schön fand.
Henni hatte schon nächtelang nicht mehr geschlafen, weil sie einfach keine gute Idee hatte. Und dann sah sie im Fernsehen das Eine, das besondere Geschenk, das Ulla begeistern würde, das wusste Henni.

Also ging Henni zu Peter in den Kiosk und bat ihn ihr zu helfen. Er bestellte es online für sie mit seiner Kreditkarte und Henni gab ihm das Geld aus ihrer Frosch-Spardose in verdammt vielen Eurostücken.

„Wie lange sparst du die schon?“, fragte er und stapelte sie zu einem hohen Turm.

„Solange wir die Spardose haben. Früher habe wir die als Kind immer einmal im Jahr zur Sparkasse gebracht.“, erklärte Henni stolz.

„Sollen wir das Geschenk direkt zu Ulla schicken lassen!“, fragte Peter.

„Geht das?“, fragte Henni neugierig. „Ja, sie soll es direkt an der Haustür bekommen!“, lachte Henni und freute sich …

Henni konnte die nächste Nacht wieder nicht schlafen, dieses Mal vor Aufregung.

„Noch zweimal nicht schlafen!“, sagte sie immer wieder vor sich hin, bis sie irgendwann im Morgengrauen wirklich einschlief.

Und es kam, wie es in der Welt der Pakete 2021 kommen musste. Das Paket kam und Ulla war das erste Mal seit vielen Jahren am frühen Vormittag nicht zu Hause, sondern beim Einkaufen, weil sie die Sahne für den Kuchen am Nachmittag vergessen hatte. Und weil das so war, landete nicht das Paket, sondern eine Karte bei Ulla im Brief-kasten.

Zum Glück hatte Henni noch einen tollen Blumenstrauß in ihrem Lieblingsblumen-laden gekauft: 50 Blumen, die gerettet werden wollten, hatte die junge Frau im Laden für sie zusammengestellt.  

Henni bekam eine Mail und danach konnte sie das Paket doch noch abholen, dachte sie und hatte die Regeln der Welt der Pakete überhaupt nicht im Blick.

„Sie können das Paket nicht mitnehmen!“, sagte der strenge Herr hinter der Theke in der Postfiliale.

„Wieso nicht, wir haben es doch verschickt und dann können wir es doch auch mitnehmen. Hier lesen Sie!“, sagte Henni und hielt ihm das Smartphone unter die Nase.

„Nein, Sie sind nicht Ulla!“, sagte der Herr.

„Natürlich nicht, wir sind Henni! Sie können Ulla doch anrufen, dann bestätigt Sie Ihnen das!“, wandte Henni ein.

„Nein, Sie muss selber kommen oder Sie brauchen eine Vollmacht!“

„Wir brauchen eine was?“, fragte Henni und schaute ihn an, als hätte er von … geredet.

„Eine schriftliche Erklärung, dass Sie es mitnehmen dürfen!“

„Also, Ulla soll schreiben, dass wir ihr Geschenk abholen können, von dem sie noch nichts weiß, damit wir es ihr schenken können?“ Sie spinnen doch, wollte Henni laut sagen, aber sie sagte es lieber nicht, weil er nun mal Ullas Geschenk hatte. „Kann ich das nicht eben selbst schreiben?“, fragte sie und bereute diese Frage sofort, denn sein Gesicht erstarrte zu einer Maske. Er holte tief Luft.

„Wenn Sie eine Urkundenfälschung machen wollen …“ Sein Satz blieb drohend in der Luft hängen und Henni tat das, was sie am besten konnte.

Sie sah ihn an, zuckte mit den Schultern, drehte sich mit ihren Gummistiefeln herum und sagte: „Nö, wollen wir nicht; wir kommen wieder, mit Ulla und dann werden Sie bereuen, ihr den Geburtstag so versaut zu haben!“  

Und das taten sie. Ulla und Henni kamen zurück und optimierten gemeinsam die Welt der Pakete 2021. Danach, so hörte man, nahm der Herr hinter der Theke der Postfiliale eine laaaaangen Urlaub und Henni schwor nie mehr on-lein einzukaufen.

4 Kommentare

    • Sabine sagt

      Ja, dann machen wir jetzt mit Henni Shoppiing-Dates,
      liebe Grüße,
      Sabine und Henni

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