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Henni und das Teeglas, das die Welt im Gleichgewicht hält

Ulla hatte sich tatsächlich eine neue Küchenzeile gekauft. Die war im Angebot im nahegelegenen Möbelhaus gewesen und Ulla hatte sich dort genau ausrechnen lassen, wie viel sie noch für ihre alte Küche bekam und wie viel sie monatlich dann abdrücken musste.
„Ich hatte noch nie in meinem Leben eine so tolle Küche!“, hatte Ulla Henni immer wieder vorgeschwärmt und Henni hatte ihre Augen leuchten sehen. Ullas Lieblingsfarbe war Rot und die Küchenfront war auch in einem lackierten, glatten Rot. Henni hatte bereits am ersten Tag ganz viele Fingerabdrücke gesehen, aber lieber nichts gesagt, weil sie ja wusste, wie sehr Ulla ihre neue Küche mochte.

Auch die Arbeitsfläche war angeblich unempfindlich, was wohl nicht so ganz funktionierte, weil sie Ulla, seitdem sie ihre neue Küche hatte, noch nie so viel hatte wischen sehen. Die Arbeitsplatte war aus Edelstahl und Ulla fand immer wieder Ränder von Tassen und Gläsern, die sie einfach nicht weg bekam …

Und dann noch die Sache mit dem oberen Küchenschrank, in dem eins von vier Scharnieren fehlte, die den Schrankboden halten sollten.

„Ach Henni, jetzt kann ich meine Lieblingstassen noch nicht einräumen und morgen kommt der Peter, dem will ich die doch fertig zeigen.“ Ulla war ganz betrübt, wollte sie doch die letzten Tassen endlich einräumen.

Da fiel Hennis Blick auf das Teeglas. „Dürfen wir mal?“, fragte Henni und zeigte auf das Teeglas.

Ulla nickte, auch wenn sie etwas sparsam schaute. Henni platzierte das Teeglas genau an die Stellen des fehlenden Scharniers und legte den Regalboden ein.

„Passt, wackelt und hat Luft. Fertig!“, rief sie stolz.

Ulla musste lachen. „Was für eine tolle Idee. Den Tee mag ich sowieso nicht so gerne!“

„Wir brauchen noch einen Zettel, den wir vorne drauf kleben, damit du nicht auf die Idee kommst, das Glas wegzuziehen!“ Henni schrieb ein paar Worte auf einen kleinen Zettel und klebte ihn mit Tesafilm auf das Teeglas.

„Henni, darauf einen Kaffee mit Baileys und Streuselkuchen!“ Ulla schlug vor Vergnügen in die Hände und holte die Flasche aus dem Kühlschrank und den Streuselkuchen von der Anrichte, während Henni den Tisch deckte und beiden Kaffee einschenkte.

2 Kommentare

    • Sabine sagt

      Guten Morgen liebe Rosa,
      ja, das hat sie und das zeichnet sie auch aus,
      ganz liebe Grüße,
      Sabine.

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