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Ullas Nikolausgeschenk für Henni

Heute habe ich eine tolle Post von Andrea im Briefkasten gefunden. Die könnt ihr hier als Pdf-Datei lesen.

Sie ist der Grund, wieso ich gleich eine Geschichten-Antwort für Andrea geschrieben habe. Danke dir, liebe Andrea!   

Henni war ein wenig aufgeregt wegen morgen. Morgen war der 6. Dezember und Nikolaus. Henni hatte die letzten Jahre immer einen Gummistiefel vor die Wohnungstür gestellt, doch es war nie etwas drin gewesen.

Einmal hatte sie einen Gummistiefel sogar vor die Haustür gestellt, damit es der Nikolaus einfacher hatte. Aber am nächsten Morgen war der ganze Gummistiefel weg und sie hatte lange Zeit einen neuen und einen alten Gummistiefel tragen müssen.
Also hatte sie angefangen, sich selbst jedes Jahr einen großen Nikolaus aus Schokolade zu kaufen und ihn am Vorabend selbst in den Gummistiefel gesteckt. Ihre Mutter hatte das früher immer gemacht und eine Orange, einen Apfel und Nüsse hineingepackt. Zusammen hatten sie am Nikolausmorgen einen Kakao getrunken und eine Nuss dazu gegessen.

Und heute als Erwachsene war Henni dann abendes noch heimlich zu Ulla über die Straße ins Nachbarhaus geschlichen und hatte ihr einen kleinen Nikolaus in den Briefkasten geworfen, wenn die Haustür zu war. War die Haustür offen gewesen, stellte sie den Nikolaus vor ihre Tür und war wieder schnell nach Hause gegangen.

Wir überraschen sie gern, sie ist unserer Stern!“, hatte sie auf dem Rückweg gerappt und sich jetzt schon unheimlich auf ihr Gesicht am nächsten Morgen gefreut.

Und ein wenig Angst hatte sie auch vor dem Nikolaus. Rot war keine Farbe, die ihr gefiel. Rot machte ihr Angst, schon ohne den Nikolaus dazu.

„Wir wissen schon, dass er nicht echt ist und sich Menschen so verkleiden!“, hatte sie Ulla noch im letzten Jahr erklärt. Doch dann waren sie zusammen auf den Weihnachtsmarkt gegangen und da war dieser aufblasbare und rumzappelnde Nikolaus und sie sah ihn, die vielen Menschen und bekam Angst. Sie machte auf dem Absatz kehrt und ging so schnell sie ihre Gummistiefel trugen wieder nach Hause. Sie hätte Ulla gerne eine Freude gemacht und wäre geblieben, aber es ging einfach nicht.

„Ach Henni, das ist doch o.k., der sah auch echt ziemlich gefährlich schräg aus!“ Und sie hatten einen Tag später Hennis Angst vom Vortag weggelacht und zusammen einen heißen Kakao bei Ulla getrunken.

„Der schmeckt gar nicht mehr rot und nur noch lecker!“, hatte Henni fröhlich und mit einem dicken, braunen Kakaomund gelacht.

Als Henni an diesem Morgen verschlafen vor ihre Wohnungstür schaute, staunte sie nicht schlecht. In ihrem Stiefel steckte doch noch etwas. Sie rieb sich die Augen. In ihrem Gummistiefel steckte eine kleine, gestrickte rote Socke, mit einem weißen Rand. Sie war kuschlig weich und Henni liebte sie vom ersten Anfassen an.

„Wir hatten Besuch vom Nikolaus!“, rief sie in den Hausflur.
 Ein dunkles Lachen kam von unten. „Das freut mich!“ Das war Herr Peters, der gerade seine Zeitung hereinholte.

„War der Nikolaus auch schon bei Ihnen?“, rief Henni eine Etage tiefer.

„Nein, leider nicht!“, antwortete Herr Peters.

„Doch!“, sagte Henni, nahm schnell ihren Schokoladennikolaus aus dem Stiefel und brachte ihn eine Etage tiefer.

„Wir teilen gerne mit Ihnen!“, sagte sie und überreichte Herrn Peters den Nikolaus aus Schokolade.

Herr Peters bekam glänzende Augen. „D-a-n-k-e …“, stotterte er etwas verlegen.

„Wir müssen jetzt sofort zu Ulla und ihr von diesem tollen Nikolaus erzählen!“, sagte Henni und wollte los.

„Frau Henni, es ist noch sehr früh, ist Ihre Freundin denn schon wach?“

Henni schaute auf die Uhr. „Stimmt, es ist doch erst 07:00 Uhr, aber Sie sind doch schon wach. Möchten Sie vielleicht einen heißen Kakao mit mir trinken, bis Ulla aufsteht?“

Herr Peters lachte leise. „Ja, sehr gerne!“

Henni ging voran. „Wir fangen an Nikolaus zu mögen!“, lachte sie und nahm vor lauter Freude zwei Treppenstufen auf einmal.

 

 

 

 

4 Kommentare

    • Sabine sagt

      Guten Morgen liebe Ursula,

      ja, das finde ich auch! Sie inspiriert uns, mich auf jeden Fall, gerade in diesen nicht ganz einfachen Zeiten,
      liebe Grüße,
      Sabine

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