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DrehMomente – Miteinander und nicht allein

„Wir wollen euch heute ein tolles Projekt vorstellen, das auch ein wenig für Ulla und mich ist, auch wenn wir beiden noch gut zu Fuß und zu Gummistiefel sind. Aber, das ist bene nicht mehr für jeden so und wir beide, also Ulla und ich, wir wollen das natürlich auch ausprobieren und uns mal während der Rikscha-Fahrt unterhalten, das haben wir noch nie gemacht. Schaut es euch an und unterstützt dieses Projekt, wir tun das auch!“

DrehMomente ist ein Kooperationsprojekt mit dem Tersteegenhaus Iserlohn. Es handelt sich um ein Rikscha-Projekt, mit dem vor allem ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen zu Orten in Iserlohn gebracht werden, die sie sonst nicht (mehr alleine) erreichen könnten.

Eigene Lieblingsorte, das städtisches Leben im Quartier, der Besuch der Innenstadt und Parks sollen auf diese Weise besucht werden können. Damit soll das Gefühl von zumindest temporärer Beweglichkeit und Freiheit zurückgewonnen werden.

Hier ist der Link zur Seite, mit dem Sie das besondere Projekt ab sofort unterstützen können!

Henni findet etwas anderes als Ostereier

„Ich habe sie gefunden!“, strahlt Henni und hält Ulla ein Paar Gummistiefel vor vors Gesicht.
Ulla schaute an ihr herab. Henni trägt ein identisches Paar Gummistiefel an den Füßen.

„Ähm, komm doch erst einmal rein!“, sagt Ulla und geht vor durch den Flur in die Küche, in der schon für Kaffee und Kuchen gedeckt ist. Henni hat Möhrenkuchen mitgebracht, den sie neuerdings wieder essen kann und sehr gut verträgt, ohne dass ihr kleines Stinktier von einem Immunsystem übertrieben Alarm schlägt.
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Henni und das kleine Stinktier von einem Immunsystem

„Wie kommst du denn hierher?“, fragt Henni und niest. Einmal. Zweimal. Dreimal.
„Na, jetzt übertreibst du aber wieder einmal maßlos!“, mault das Stinktier, das eigentlich ihr Immunsystem ist und schaut Henni wütend an. Sein Hinterteil dreht sich gefährlich nah zu Henni hin.
„Ups, o.k., ok., wir entschuldigen uns ja schon, aber manchmal vergessen wir einfach, dass wir ja gar nicht allergisch gegen dich sind.“ Henni lacht und hebt beschwichtigend die Arme.
„Na, gegen mich ja wohl mal gar nicht. Ich beschütze dich schließlich!“ Das sagt es mit einem großen roten Stolz in der Stimme, das Henni gefällt, weil es ihr ein gutes Gefühl gab, dass es so gut auf sie achtgibt.
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Hoffnung zwischen Zeilen

Kommt, folgt mir mit jedem neuen Wort!

Hier zwischen und auf meinen Zeilen seid ihr sicher.
Hier wird euch nichts passieren.
Hier ist auf jeder Zeile, zwischen jedem Wort und über die Zeile hinaus Hoffnung.

Hoffnung für uns, für dich und für eine friedliche Welt für alle!

Auch wenn sie uns für ver-rückt oder naiv halten werden, sollen sie ruhig,
das Wort ist stärker als alles, was ich kenne.
Daran glaube ich zutiefst!

Hier zwischen und auf meinen Zeilen seid ihr sicher.
Hier wird euch nichts passieren.
Hier ist auf jeder Zeile, zwischen jedem Wort und über die Zeile hinaus Hoffnung.

Kommt, folgt mir mit jedem neuen Wort!

Wir gehen zur Tagesordnung über?

„Wir gehen zur Tagesordnung über!“, sagte Ulla und meinte damit, dass sie sich an die schlechten Nachrichten gewöhnte wie an den Montag nach dem Wochenende.

Henni hatte noch nie verstanden, was die Leute mit Tagesordnung meinten und wieso ein Tag, der mit Sicherheit jedes Mal auf die Nacht folgte, überhaupt eine Ordnung brauchte.
Sie wusste, was die Auswirkungen in ihrem und jedem einzelnen Leben waren.

Also, wenn für alle Menschen die Zeit weiterlief und nur für die, für die sich gerade das ganze Leben und damit ihre ganze Welt verändert hatte, genau diese Zeit stehengeblieben war, dann konnten sie eben nicht zu jener Tagesordnung zurückkehren, auch wenn sie es sich noch so sehr wünschten.

Henni kannte das aus ihrem Leben und viele andere Menschen leider auch.

„Manchmal gerät alles durcheinander, …“

Schreibimpuls zum Einstieg aus dem Online-Seminar Aktuelle Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Holocaust vom Ulla Hahn Haus

„ … wenn man Angst hat“, sagt Opa.

Und mein Opa weiß, warum das so ist, weil er auch mal Angst gehabt hat, als er so alt gewesen ist wie ich heute bin. Er ist zehnmal so alt wie ich, also achtzig Jahre. Er hat dann wohl zehnmal so viel Angst gehabt wie ich heute.
Mein Opa sagt, ich denke und rechne zu viel. Da hat er auch recht. Denken und rechnen hilft mir, wenn ich mit Opa die vielen Bilder im Fernsehen sehe. Da muss ich ganz viel denken und rechnen und mein Opa muss ganz viel seufzen.
„Dass du das erleben musst!“, sagt er dann immer.
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Anthologie Stille erscheint

Ein Auszug aus meinem Text „Graue Sonntagsstille“, der in der Anthologie „Stille“ des Schauspielensembles Iserlohn erscheinen wird, die am kommenden Freitag und Samstag in Barendorf vorgestellt wird.

Wenn die Stille so ohrenbetäubend rot und laut war, dass sie nicht einmal mehr die Welt außerhalb ihrer Gedanken hören konnte, hatte sie anfangs das Radio und ihren Lieblingssender WDR 5 lauter gestellt. Doch egal wie laut sie das stellte, die Stille wurde nicht leiser und ihr Nachbar, Herr Martin, klopfte dann immer von unten. Er war LKW-Fahrer im Schichtdienst, musste tagsüber schlafen und mochte keine Klassik. Luise mochte seine laute Gitarren-Musik auch nicht, aber die hörte er meist nur am Wochenende oder wenn er mal mit Freunden grillte. Immer bekam sie auch ein Grillwürstchen, immer mit einem Klecks Senf, von ihm.
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Henni und der Gartenzwerg im Rampenlicht

Foto: Britta Dilcher, Gartenzwerg im Rampenlicht

Der nachfolgende Text entstand als Auftragsarbeit für die Ausstellung von Britta Dilcher im Café Restaurant „Schnöggel„.

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Freitagabend. 18:00 Uhr.

„Ulla, wir haben heute Abend noch was vor. Wir schauen Bilder auf einer „Wernisasch!“ Henni nahm mit ihren frisch geputzten roten Gummistiefeln mit weißen Punkten immer zwei Treppenstufen auf einmal hinauf zu Ullas Wohnung.  Völlig außer Atem kam sie oben an.
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Henni hat mehr als nur Montagslaune

Ein unsagbar früher Mittwochmorgen. 4:44 Uhr. Henni zieht einen Flunsch. Nicht irgendeinen Flunsch. Der hier war so noch nie in ihrem Gesicht gewesen. Noch niemals nie, da war sich Henni sicher.

„Wir können gar nicht so breit flunschen, wie wir schlechte Laune haben!“, schimpft Henni vor sich hin. Sie war in dieser halben Woche – und es war gerade mal die Hälfte der Woche vergangen, – viel zu vielen Menschen begegnet, die nur sich selbst und ihren Teller im Blick hatten und den eigenen Tellerrand nicht einmal am Horizont erkennen würden, wenn sie ein Fernglas dabei hätten!
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Sea You, Veränderung!

Henni saß auf ihrem geliebten Sofa und seufzte. Hier auf dem schon etwas abgewetzten Sofa war ihre Steuerzentrale. Wie bei Star Trek. Hier war sie Captain Picard. Sie konnte von hier aus alles überblicken, steuern und sehen.

„Wir sehen alles. Niemand kann sich hier in unserer Wohnung von uns verstecken!“ Auf Hennis 40 Quadratmetern gab es auch nicht wirklich einen Platz, an dem sich irgendjemand noch hätte verstecken können.
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