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Henni und die Magie des Lebens     

Henni klingelt Sturm. Sie zappelt aufgeregt von einem Gummistiefel auf den anderen.

„Ulla, wir müssen dir doch unbedingt was erzählen und wir haben schon so lange gewartet, bis du deine Jalousie hochgezogen hast!“, sagt Henni zu der Tür.

Hinter der Tür hört sie etwas. „Bist du es Henni!“, hört Henni Ullas verschlafene Stimme dahinter.

„Na klar, sind wir es, wer kann denn außer uns noch so schön klingeln!“
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Die Autorin hinter der Henni-Figur

Sie schaut aus dem Fenster. Der Blick, dieser immergleiche, beruhigende Blick gibt ihr heute auch keine Antwort. Keine neue Taube, die mit den anderen auf dem Flachdach Fußball stampft oder ein neuer Baum, den das Licht des Morgens in einen anderen verwandelt.

„Verwandel mich doch mal in eine andere!“, denkt sie nach dem nächsten Schluck Kaffee. Die Tasse war gerade nicht nur halbleer, sondern darin befand sich auch noch keine gewohnte Milch. Sie verzieht ihr Gesicht.

Die Antwort. Richtig, es geht gerade nicht um den Kaffee, der hat ohne die Milch erst recht keine Antwort. Es geht um mehr. Eigentlich.

Eigentlich streicht sie sofort wieder aus ihren Gedanken. Es geht immer um mehr. Nicht weniger. Nicht halb. Immer voll. Entweder, oder. Mit Leib und Seele. Mit Herzblut. Mit einer inneren Haltung, die sie ausfüllt und andere inspiriert.

Sie denkt an den Impfarzt, den sie heute getroffen hat. Als er noch nicht in den Ruhestand gegangen ist – was für ein Wort: RUHESTAND -, ist er ihr Hautarzt gewesen. Heute impft er mobil die Menschen, die immer ganz gerne vergessen werden.

Und ist die Begegnung heute die Antwort? Nein, aber seine Haltung, die ihrer entspricht und über die sie in den letzten Jahren oft gesprochen und vielleicht sogar ein wenig philosophiert haben.

Mit vollem Einsatz. Mit Humor durch die nächste Kurve oder die Rutsche hinab.
War das die Antwort? Nein, das weiß sie, aber trotzdem stellt sie sich jeden Morgen, nachdem sie aufgestanden ist, mit ihrem Kaffee an das Fenster und wartet darauf, dass die Antwort vorbeikommt, die sie doch längst kennt.

Sie hat gerade nur die Frage vergessen. Sie lächelt. Vielleicht ist genau das die Antwort. Der letzte Schluck Kaffee ohne Milch ist heute besonders gut.

Henni und das Glück auf der Straße, das dir an der Sohle klebt

Foto: Pixabay,Clip-Art

Henni war heute früher wach geworden und stand schon um 08:00 Uhr frisch geduscht und fertig gefrühstückt am Fenster und schaute auf die Straße und das Haus gegenüber. Ullas Jalousien waren noch heruntergelassen, weil Ulla gerne länger schlief und abends gerne lange Fernsehen schaute.

Die beiden Frauen waren erst heute Nachmittag zum Kaffee verabredet, also hatte Henni noch ganz viel von dieser Zeit.
„Wir dürfen die Zeit auf gar keinen Fall totschlagen!“, sagte Henni besorgt zu Ella, ihrer Eule, die sich nur verschlafen noch einmal herumdrehte. Auch Ella schlief gerne lang. Heute auch, denn sie gab keine Antwort.
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Henni und die Sache mit den Regenbogenfarben

„Ach, Ulla, wir kennen uns echt nicht mehr aus!“, sagte Henni und setzte sich mit einem tiefen Seufzer an den Küchentisch, auf dem schon eine dampfende Tasse Kaffee auf sie wartete. Den Streuselkuchen von ihrem Lieblingsbäcker hatte sie für beide Frauen mitgebracht.

„Was meinst du?“, fragte Ulla und teilte den Streifen Streuselkuchen in kleine Stücke auf.
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„Ich geh Tor!“

Foto: Tanja Graumann

Hier als Hördatei (MP3)  für alle, die lieber zuhören wollen.

„Ich geh Tor!“, ruft Kevin laut und steht auch, kaum, dass das letzte Wort ausgesprochen ist, zwischen den beiden grünen Wasserschüsseln aus Plastik, die auf der Wiese vor der Bauernkirche die beiden Torpfosten bilden.

Und kaum steht er breitbeinig zwischen den beiden grünen Schüsselpfosten wird er gleich so groß und stark und toll wie Neuer gestern bei dem Spiel Deutschland gegen Frankreich, auch wenn er da zwei doofe Tore kassiert hat. Zum Glück waren zwei weitere Abseits. Das mit dem Abseits hat er auch noch nicht so richtig verstanden, irgendwas mit Linie und dem letzten Mann und so.
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Henni und das riesengroße Muttermal

Diese Geschichte ist heute für dich, für uns und alle, die denken, sie wären zu klein, zu groß, zu dick zu schlank, zu schüchtern, zu sehr mit Muttermalen voll, zu klein- zu großbusig, zu schlaksig, zu blond, zu rothaarig, zu blass …
Ergänze ruhig deine Gedanken!

 „Henni, wir waren dieses Jahr noch gar nicht schwimmen!“, bemerkte Ulla, die wusste, wie gerne Henni schwamm, wenn auch am liebsten irgendwo in einem Waldsee oder am allerliebsten ganz alleine im Schwimmbad.

Henni schaute weiter konzentriert auf ihren Kuchenteller und ordnete das verbleibende Stück Streuselkuchen in vier gleichmäßige Teile.
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Anne Frank und das Lernen aus der Geschichte heute und für Morgen

Bild/Text: Sabine Hinterberger (Motiv am Anne Frank Zentrum Berlin)

Liebe Anne,

heute ist dein Geburtstag und ich frage mich heute einmal mehr als an anderen Tagen, wie du heute auf unsere Welt schauen und was du von ihr halten würdest, was aus ihr seit dem Ende des 2. Weltkrieges aus ihr geworden ist …

Wie würde ein Tagebucheintrag heute von dir lauten und in welcher Form würdest du schreiben, würdest du bloggen, wärst du bei Instagram, Facebook oder gar Twitter? Eine solch neue Form wird gerade mit Sophie Scholl erfolgreich absolviert und von sehr vielen Menschen interessiert verfolgt.

Und dann frage ich mich, für die die Arbeit über dich mit jungen Menschen eine Herzensangelegenheit ist, wie sehen dich junge Menschen heute? Nach meinen vielen Jahren in der Arbeit mit dir reichen die Reaktion von engagiert, tiefsinnig und politisch interessiert bishin zu gelangweilt, desinteressiert und bisweilen und immer öfter respektlos, und das zumeist anonym.
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