Autor: Sabine

Montags auf Krawall gebürstet

„Wir müssen unbedingt zum Friseur zu Luna!“ Henni steht wutentbrannt mit der Bürste in der Hand vor Ullas Wohnungstür. „Heute ist Montag, da wirst du keinen Erfolg haben!“, sagt Ulla und schaut grinsend auf Hennis Frisur, die eigentlich nicht anders aussieht als sonst. Strubbelig und nie ordentlich gekämmt.

Grießbrei-Montag

„Komm rein!“, rief Ulla. Die Wohnungstür stand einen Spalt auf und Henni waberte der wunderbar cremige, goldgelbe Geruch von frisch gekochtem Grießbrei entgegen. Den Geruch mochte sie, auch wenn sich der Klang der Stimme ihrer Freundin darüberlegte, wie eine traurig saure Essiggurke. Sie wusste, wenn Ulla den frisch kochte, dann war es in der Regel kein guter Montag.

Januar

Müdigkeit quillt aus allen ungeschriebenen Worten Das alte Jahr lauert noch in allen Ecken Der Staub des alten Immergleichen klebt auf leeren Zeilen Geputzte Fensterscheiben haben lästige Streifen wenige Sonnenstrahlen zeigen das Unausweichliche Zu viel immer noch zu viel

Die Matrix ist überall, Erwartungen auch

Hier ist Ihre Tür. Ja, und? Gehen Sie bitte hinein! Ohne Schlüssel? Ich bin doch kein Schlüsselmacher! Drücken Sie einfach die Klinke herunter! Klugscheißer! Nein, ich bin hier nur der Portier! Oh nein, ich kenne Sie, Sie sind aus Matrix! Ja, das höre ich oft! Sind Sie es denn nicht? Ich bin hier immer noch der Portier! Was soll ich tun? Endlich durch diese Tür gehen. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit! Sind Sie wirklich nur der Portier? In diesem Hotel bin ich das, ja!

Freundschaft kann das

„Wir mögen das neue Jahr!“, erklärte Henni und trank einen großen Schluck Kaffee. „Na ja, das alte  Jahr ist nicht einmal zu Ende und es war nicht so besonders und du magst schon das Neue, obwohl du es noch nicht einmal kennst?“ Ulla schüttelte ungläubig mit dem Kopf. Ihr gingen gerade nach einem der unzähligen Jahresrückblicke viel zu viele schlechte Nachrichten durch den Kopf. „Das neue Jahr hat dreimal eine „2“, fuhr Henni fort. „Das ist doch unsere Lieblingszahl und meine Mama hat immer gesagt: Alle guten Dinge sind drei!“ Ulla lachte. „Na, wenn ich das so betrachte, werde ich es natürlich auch mögen.“ Die beiden Frauen saßen schweigend am Küchentisch und verabschiedeten das alte Jahr mit dem, was sie gewohnt und was ihnen vertraut war, denn es gab ihnen ein gutes Gefühl. Auf dem Tisch standen ihre Lieblingsspeisen und natürlich Kaffee. Im Fernsehen lief  „Hapy new Year“, weil Ulla den Film so mochte und sie schon immer mal nach New York wollte. Henni schaute den natürlich mit ihr, weil Freundinnen das nun einmal füreinander …

Hennis Blogadventkalender 2021 -Was wäre, wenn das letzte Türchen heute geöffnet ist?

Wir haben alle Türchen für die diesjährige Blog-Adventkalener-Geschichte geöffnet und gemeinsam eine neue Geschichte geschrieben, die ihren ganz eigenen Kopf und ihre ganz eigenen Ideen und Wendungen hatte. Und genau so ist das mit Geschichten. Es ist eine GROßE und doch wird sie jede und jeder anders und auf ihre Weise erzählen. Genau das macht das Geschichtenschreiben und Geschichtenerzählen in jedem Jahr für mich aus. Ich bedanke mich bei auch allen, die ihr mit zu dieser Geschichte beigetragen habt und wünsche euch und euren Lieben erholsame Weihnachtsfeiertage.

Draußen vor der Tür

Er sitzt auf den Stufen vor dem Haus. Die leere Flasche Wodka fällt aus seiner Hand und rollt über die Straße, bis vor ihre Füße. Sie stoppt die Flasche mit dem Fuß. Sein Kopf sinkt auf die Brust. Er schnarcht und es ist heute empfindlich kalt. Sehr kalt. „Hallo?“, ruft Henni und kommt mit ihrer Frage vorsichtig näher. Sie überlegt, ob sie noch näherkommen kann und ob ihm das recht ist. Es ist sehr kalt und sie mag nicht darüber nachdenken, was ihm hier passieren könnte.