2024, Allgemein, Henni
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Henni und Valentin

Immer noch eine meiner Lieblingsgeschichten von Henni!

„Haben Sie Valentin gesehen?“, fragte Henni in den kleinen Blumenladen hinein. Die Tür stand kurz vor Ladenschluss am Mittwoch noch ein kleines Stück auf. Die Blumen waren schon fast vollständig weg- und vermutlich ins Kühlhaus geräumt.

„Wen meinen Sie?“, fragte eine Stimme von hinten. Eine junge Frau mit hellblonden Haaren und einer neonblauen Strähne wischte sich die Finger an ihrer grünen Schürze ab und kam nach vorne in den Laden. „Wir schließen gleich!“, sagte sie noch.
„Aber sie haben doch einen ganzen Tag nach ihm benannt!“, sagte Henni und zeigte auf das große Plakat an der Eingangstür.

Die junge Frau lachte. „Ach so, ja, Valentin! Der Typ hat heute für einen verdammt guten Umsatz gesorgt.“

„Und, bekommen Sie auch Blumen?“, fragte Henni.

„Ach wissen Sie, wenn ich den ganzen Tag mit Blumen arbeiten muss, dann sind Blumen nicht so sehr das Geschenk, das ich mir wünsche.“

„Das verstehe ich!“, sagte Henni. „Haben Sie vielleicht noch eine Rose über, die niemand abgeholt hat?“

Die junge Frau schaute Henni einen Moment nachdenklich an, dann ging ein Leuchten über ihr Gesicht. „Ja, warten Sie bitte einen Moment!“ Sie ging nach hinten und kam mit einer kleinen, aber etwas geknickten Rose zurück, die etwas traurig aussah.

„Hier, der Kunde wollte sie nicht; ich schenke sie Ihnen, denn bei Ihnen ist sie bestimmt in guten Händen!“ Sie hielt Henni die beiden Rosen hin.

„Die ist sehr *traurig-rot-orange-schön*. Henni schaute sie lange an. „Ja, ich nehme sie gerne.“ Henni streckte ihre Hände aus und die junge Frau legte die Rose hinein.

„Danke!“, sagte Henni und balancierte ihren wertvollen neuen Besitz behutsam aus dem Laden und die dunkle Straße hinunter. Die junge Frau sah ihr noch lange nach und schien die Zeit vergessen zu haben.

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