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#einsatzeintageinjahr

Jeden Tag erzählt ein Satz ein Jahr lang Geschichte.

Auf der Jagd nach der vom Winde verwehten gelben Mülltonne, die sich alleine und mit Rückenwind auf den Weg zum Kiosk gemacht hat, begegnet sie einem wunderbar selbst gestrickten, blauen Schal, der sie wärmt und die Zeit überbrückt bis sie wieder nach Hause zurückgerollt wird, weil sie der Gegewind nicht lässt.
21.01.2021

Der Fokus klingelt Sturm an der Haustür und hört nicht damit auf, wenn sie nicht reagiert und das Klingeln an der Tür nicht einmal hört, weil sie gerade wieder mit etwas beschäftigt ist, was ach so wichtig ist.
20.01.2021

Das Auto hat dich und das Leben doch nicht überfahren und zur Belohnung landest du schon in einem Etagen-Call-Center und wunderst dich, wie der eine den anderen lautstark übertönt und du dich wieder einmal wunderst, dass es immer wieder die Stille ist, die lauter und stärker ist.
19.01.2021

Auch wenn der Schnee geschmolzen ist, solltest du, auch wenn du eine Rückfahrautomatik mit einem laut lärmendem Autoradio hast, schon mal zur Seite schauen, um nicht das Leben und vielleicht einen Fußgänger über den Haufen zu fahren, der gerade seinem Leben begegnet und genauer hinhören wollte …
18.01.2021

Der Schnee legt sich leise auf die stumme Verzaghteit, während die Autorin ihre warme Schreibkleidung mit den Handschuhen anzieht, den nächsten Tag von vorne beginnt, sich an den Schreibtisch setzt und wieder von vorne zu schreiben beginnt.
17.01.2021

Der Ball findet nicht auf der richtigen Seite ins Tor, das Paket keinen Paket-Shop, denn der wird gerade umgebaut und das Parkhaus hat jetzt auch einen neuen, alten Eingang und der Weg nach Hause führt an immergleichen, gewaschenen Daunenjacken vorbei.
16.01.2021

Das Ewiggleiche wird jeden Tag neu geschrieben und beginnt mit den gleichen Worten und endet mit den gleichen, die im besten Fall neue und unbekannte Sätze bilden werden.
15.01.2021

Eine wunderschöne selbst gebaute Weihnachtshütte-to-go begleitet ein wohlverdientes Kapitel-Ende, das als Anfang auf einem E-Roller endlich auf die Lieblingsinsel fährt und fortan täglich den Weckler ausstellt, es sei denn die Kaffeereferentin steht mit Brötchen vor der Tür.
14.01.2021

„Beim Anfang erlaube ich mir mit dem Anfangen aufzuhören, damit so viel besser Anfang sein kann!“, sagte sie, trat aus dem Rampenlicht heraus und ging von der Bühne durch den kleinen Seiteneingang auf die verschneite Straße.
13.01.2021

Wenn die Hirschkuh beim Aufwärmen im Haus den Paketboten im Treppenhaus am frühen Vormittag mit „Guten Abend!“ begrüßt, dann hat das Gefühl der geisterhaften, grauen Eintönigkeit nicht geschlafen und verschafft sich in zwei Worten Raum, ohne mit beiden Schlitten gefahren zu sein.
12.01.2021

Es ist die Geisterklinik, in der auch montags die Betten leer und die Hoffnungen eingeschneit auf die geimpfte Schlittenabfahrt warten, die sie mit einem Lächeln und roten Wangen unten ankommen lässt, wo das Ordnungsamt schon auf sie wartet.
11.01.2021

Der Schlitten steht vor dem flimmernden Fernsehgerät, schaut mit den Damen Henni und Ulla live die Abfahrt der Herren, weil ihm der Punsch von Ulla so gut schmeckt und die Angst draußen vor der Tür zu sehr mitfährt und obendrein die gefütterten Gummistiefel noch nicht geliefert worden sind.
10.01.2021

Es schneit, deshalb muss sie auf dem Schreibtisch die frisch gefallenen Worte auf den Zeilen und Hennis Winter-Blumenstrauß freischaufeln: In der Mitte weißer Schnee und außen BuntFrühling.
09.01.2021

Eine obdachlose Hirschkuh bekommt im Wald die kalte Realität zu spüren, der kleine Heizpilz Bodo bei Ina ein neues Zuhause, während ein Präsident, der mit seinen Wähler:innen und Unterstützer:innen die Welt angezündet hat, immer noch in seinem weißen Haus bleiben darf.
08.01.2021

„Morgen ist endlich Schuhgröße 38!“, denkt sie laut, verscheucht mit den leuchtenden Strümpfen auf Abwege geratene Anrufe, isst einmal und ein zweites Mal noch mehr ungesund und fragt sich, seit wann Herr K. eigentlich  Herr C. ist …
07.01.2021

Die Hirschkuh ist mitten im Wald ausgesetzt und der matschige Weg dorthin und zurück ließ all die Schuhe, die am Wegesrand sprachlich wenig einladend warteten, vollständig versinken und selbst das blaue Männlein im Walde wollte damit nichts zu tun haben.
06.01.2021

Wenn die viel zu große Hirschkuh aus dem Setzkasten von einem Leben im Wald mit Bambi träumt, wird es Zeit Ralf zu fragen, wo der Baumsteht, damit mir Andrea den Weg weisen kann …
05.01.2021

Der letzte Urlaubsmontag kommt ganz *unkörsch* daher, genießt jede noch so kleine, große Kleinigkeit und entwirft entspannt visuell eine Vision nach der anderen, die allesamt nicht bleiben werden, aber die Richtung vorgeben:
*Henniator 2021*.
04.01.2021

So viele Türen, die zum Öffnen, Hindurchgehen, bleiben und Ab-, Aus- und Verschließen einladen, auffordern und (noch) zumeist auf Zeilen gefunden und ins Leben geschrieben werden.
03.01.2021

Die letzten Wollmäuse von 2020 werden erfolgreich weggesaugt und ihre schönsten Erinnerungen werden auf dem Balkon, noch ohne Heizpilz-to-go, aber mit einem wärmenden Kaminfeuer am Fernsehbildschirm durch die Fensterscheibe ohne Riss hindurch und mit einem Stück Christstollen und natürlich Kaffee am Lenneufer letztendlich eiskalt zelebriert.
02.01.2021

Der erste Tag des neuen Jahres schafft es fast nicht aus dem Bett und kaum zurück in die Welt drumherum, weil der Weg durch Bücher, Wörter und Filme den ganzen Tag auf eine sehr angenehme Weise versperrt wird.
01.01.2021

Der letzte Tag des Jahres geht auf leisen Sohlen, ganz ohne Partys und Feuerwerk, gespenstisch still und ruhig auf den Straßen, auf denen mir das neue Jahr noch etwas schüchtern auf dem Gehsteig begegnet und Platz macht.
31.12.2020

Ein Leuchtturm an der Wand weist den drei Schubladen ohne Schienen endlich am neuen Schreibtisch den Weg und biegt ohne Abkürzung direkt zum letzten „Online-Schreiben-am-Mittwoch“ ab.
30.12.2020

Wenn der Stern, der auf dem Bücherschrank aufgeht, keinen neuen Akku-Bohrer in Orange braucht, dann hilft vielleicht die neue Figur der #Platzhirschin als Geschenk.
29.12.2020

6 Kommentare

  1. Oha, liebe Sabine
    Da hast Du dir was schönes vorgenommen!
    Ich bin gespannt auf deine ‚Kalenderblätter‘. Du beginnst vielversprechend surreal 🙂
    Herzlich, Urs

  2. Huhu, liebe Sabine … ich bin in heller 2021er Aufregung. Vermisse sehr deinen Jeden Tag – einen Satz – Beitrag. Was ist passiert in der Silvesternacht? Ist das neue Jahr untergetaucht? SOS – bitte melde dich, 2021, wir haben noch viel mit dir vor 😉 Sonja Sternzeile

    • Sabine sagt

      Tja, es gibt doch nichts Schöneres als einmal einen ganzen Tag lang völlig abzutauchen, mit allen Konsequenzen und Annehmlichkeiten, die frau sich vorstellen kann, oder Urs?! 🙂
      Liebe Grüße,
      Sabine, wieder aufgetaucht …:-)

  3. wie cool ist das denn… jeden Tag eine Geschichte in einem Satz!

    Meiner von heute:

    Und irgendwann gingen dann der Blaumeise die Knödel aus.

    Liebe Grüße und ich bin wie immer begeistert.

    ein großer Fan von dir!

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